Energie-Wende

Energiewende erfordert hohe Investitionen

Sonderthema | 19.10.2011

Wirtschaftsminister Zeil plant Energiewende_Foto Fotolia
Wirtschaftsminister Zeil plant Energiewende_Foto Fotolia

Eine neue Umfrage liefert Details zu den Folgen des Atomausstiegs. So zeigt sich, dass auf den deutschen Mittelstand sehr hohe Investitionskosten zukommen werden.

Der deutsche Mittelstand misst der Energiewende eine große Bedeutung bei. Man sieht vor allem hohe Investitionskosten für technische Erneuerungen auf sich zukommen. Anders wäre es nicht möglich, international wettbewerbsfähig zu bleiben.

Investitionen zur Wettbewerbsfähigkeit nach der Energiewende

Das ist das zentrale Ergebnis einer repräsentativen Umfrage unter Geschäftsführern und Bereichsleitern. Die Umfrage wurde durch das Markt- und Meinungsforschungsinstitut forsa durchgeführt. Im Auftrag der ALBIS Leasing AG aus Hamburg wurden Verantwortliche aus 250 Unternehmen in einer Größe von bis zu 1.000 Mitarbeitern befragt. Drei Viertel von ihnen rechnen mit steigenden Kosten für ihre Firma.

 Atom-Ausstieg als Belastung für den Mittelstand

Unabhängig von der Größe des Unternehmens schätzen die Befragten die Bedeutung des Atomausstiegs für den deutschen Mittelstand als sehr hoch ein. So ergab die Umfrage, dass 89 Prozent die Folgen der Entscheidung als "sehr wichtig" oder "wichtig" einstufen. Dabei bewertet die große Mehrheit der Betriebe die Auswirkungen der politischen Beschlüsse als Belastung. Annähernd drei Viertel (72 Prozent) gehen davon aus, dass Produkte und Dienstleistungen durch die Energiewende teurer werden. Ebenso viele (75 Prozent) rechnen mit höheren Kosten für ihr eigenes Unternehmen.

Große Herausforderung für deutsche Unternehmen

"Die Energiewende stellt deutsche Unternehmen vor große Herausforderungen", kommentiert Hans O. Mahn, Gründer und Vorsitzender des Vorstandes der ALBIS Leasing AG. "Durch steigende Kosten bekommen das in zweiter Instanz auch die Verbraucher zu spüren." Viele Unternehmen sehen voraus, dass sie aufgrund der Ausgaben die aktuellen Preise in der Zukunft nicht halten können. 58 Prozent wollen Kosten an ihre Kunden weitergeben oder haben das bereits getan.

 Hoher Investitionsdruck zur Erhaltung der Wettbewerbsfähigkeit

 Ebenso sind viele Unternehmenslenker der Auffassung, dass die Energiewende dem Standort Deutschland insgesamt wirtschaftliche Nachteile bringt. Sechs von zehn (59 Prozent) befürchten "deutliche" oder "leichte Nachteile" für die internationale Wettbewerbsfähigkeit. Das erhöht den Druck zu investieren - besonders in energieeffiziente Techniken - um im internationalen Wettbewerb zu bestehen.

Schnell anpassen oder auf der Strecke bleiben

Mehr als drei Viertel der Befragten (78 Prozent) planen zum Beispiel Investitionen in energieeffiziente Techniken oder haben diese bereits umgesetzt. "Die Umfrage-Ergebnisse bestätigen unsere Beobachtung, dass Energieeffizienz im Mittelstand eine immer größere Rolle spielt. Und sie unterstreichen die enorme Bedeutung von Investitionen für die Wettbewerbsfähigkeit", sagt Mahn. "Nur durch technische Erneuerungen kann der deutsche Mittelstand international bestehen. Besonders kleine und mittlere Unternehmen müssen sich schnell an neue Rahmenbedingungen anpassen."

 Einstiegskosten als zentraler Hemmschuh für Investitionen

 Ausgaben, die aufgrund der Energiewende notwendig oder durch sie beschleunigt werden, stellen  einen ernst zu nehmenden Kostenpunkt für die Unternehmen dar. Von denen, die investieren wollen, plant jeweils jedes sechste Unternehmen (jeweils 17 Prozent) mit einem Ausgabenvolumen in Höhe von bis zu 1 Million Euro beziehungsweise bis zu 5 Millionen Euro. Der zentrale Hemmschuh für Investitionen sind laut 46 Prozent die hohen Anfangsinvestitionen. "Finanzierungsformen wie Leasing, die die Last einer Einstiegsinvestition über einen längeren Zeitraum strecken, werden daher für Unternehmen immer wichtiger", erläutert Mahn.

Anfangsinvestitionen als Hürde für kleine Unternehmen

Laut der Umfrage greifen schon ein Viertel (26 Prozent) der Unternehmen, die Investitionen planen, auf Leasing zurück. Gerade auf die Bedürfnisse kleinerer und mittlerer Unternehmen ist diese Finanzierungsform zugeschnitten. Denn Leasing ist mehr als Geldbeschaffung. "Leasing-Anbieter nehmen Unternehmen den gesamten Investitionsprozess ab: Ein Leasing-Anbieter erbringt die komplette Serviceleistung von der Auftragserteilung bis zur Versicherung", zählt Mahn auf. "Und es bietet dem Auftraggeber die Möglichkeit, mit ausgewiesenen Produktspezialisten zusammenzuarbeiten. Bei Investitionen in hochkarätige Zukunftstechnologien sollten Unternehmen dieses Expertenwissen nutzen."

Weitere Umfrageergebnisse finden Sie hier.

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