Mobilität | 24.11.2010
Mobiles Arbeiten ist auch in mittelständischen Unternehmen längst Teil des Geschäftsalltags geworden. Angesichts des großen Angebots an mobilen Computern stellt sich jedoch die Frage nach dem individuell passenden Gerät.
E-Mails und Termine verwalten, Daten abgleichen, Dokumente bearbeiten, Lagerbestände aktualisieren oder Informationen recherchieren: Viele mittelständische Geschäftsleute und ihre Mitarbeiter nutzen Office- und Internetbasierte Anwendungen zunehmend auch unterwegs. Da hierfür mit Notebook, Netbook und dem iPad von Apple ganz unterschiedliche mobile Rechnertypen zur Verfügung stehen, herrscht oft Unklarheit, welches Gerät für welchen Verwendungszweck am besten geeignet ist. Da die für den grundlegenden mobilen Einsatz nötige Ausstattung bereits für wenige Hundert Euro erhältlich ist, hat die B4B MITTELSTAND-Redaktion entsprechend günstige Geräte anhand grundlegender Merkmale miteinander verglichen und gibt praktische Hinweise für die Kaufentscheidung.
Ausstattung
Mobile Computer im unteren Preissegment sind in der Regel nur mit einem Betriebssystem und grundlegenden Programmen ausgestattet. Zusätzliche Softwarebedürfnisse müssen individuell durch Zukauf gedeckt werden. Während dies beim iPad nur mittels von Apple lizenzierter Software („Apps“) möglich ist, können Nutzer von Net- oder Notebooks auf das gesamte Windowsund Linux-Sortiment zugreifen. Bei der Hardware-Grundausstattung liegen Notebooks deutlich vor ihren Konkurrenten. Sie verfügen über leistungsfähigere Prozessoren sowie mehr Arbeitsspeicher und im Gegensatz zu Netbook und iPad über ein internes optisches (DVD/CD) Laufwerk. Besonders deutlich ist der Unterschied auch bei der Festplattenkapazität: Hier glänzen Notebooks mit bis zu 320 Gigabyte. Netbooks kommen in der Regel nur auf die Hälfte, während das iPad maximal 64 Gigabyte Speicherplatz bietet.
Bedienkomfort
Während Notebooks normalerweise über alle gängigen Anschlüsse und Netbooks zumindest noch über die wichtigsten verfügen, fehlen beim iPad grundlegende Anschlüsse wie USB oder ein integrierter Speicherkartenslot. Apple bietet zwar die Möglichkeit, externe Geräte über Adapter anzuschließen, aber diese verursachen zusätzliche Kosten und sind im mobilen Einsatz unpraktisch. Ein weiterer Nachteil des iPads: Es unterstützt weder Flash noch Multitasking. Wer unterwegs relativ viel Textarbeit erledigen muss, wird die große, vollwertige Tastatur eines Notebook schätzen. Netbook- Tastaturen sind deutlich kleiner, während das iPad nur eine virtuelle Tastatur bietet. Das Apple-Gerät bietet dafür einen intuitiv und einfach zu bedienenden Touchscreen.
Akku-Laufzeit
Die Schattenseite der umfangreichen Hardware-Ausstattung der Notebooks zeigt sich beim Energieverbrauch. Im Gegensatz zu Netbook und iPad, die in der Regel einen Arbeitstag durchhalten, machen auch die leistungsfähigsten Stromspeicher der Notebooks aufgrund des Energiehungers der einzelnen Komponenten bereits nach wenigen Stunden schlapp. Um ohne Steckdose einen Tag mobil arbeiten zu können, müssen Notebook- Nutzer daher zusätzlich Geld für Ersatz- Akkus ausgeben.
Bilddarstellung
Die Geräte unserer Bewertungskategorie verwenden kaum spezielle Grafikkarten, sondern handelsübliche Onboard- Grafikchips. Die so erzielte Bilddarstellung reicht vollkommen für alle gängigen Anwendungen aus, ist aber nicht für anspruchsvolle Verwendungszwecke wie 3D oder hochauflösende Videos geeignet. Leichte Unterschiede gibt es bei den Leistungsmerkmalen der jeweiligen Displays. Notebooks liegen hier mit knapp 40 Zentimetern Bildschirmdiagonale (15,4 Zoll) und einer Auflösung von bis zu 1.366 x 768 Bildpunkten vorne. Netbooks bieten in der Regel 1.024 x 600 Bildpunkte bei 25 bis 30 Zentimetern (10,2 bis 11,6 Zoll). Das iPad hat einen etwas kleineren Bildschirm (9,7 Zoll), aber dafür eine etwas bessere Auflösung von 1.024 x 768 Bildpunkten.
Mobilität
Grundsätzlich können alle drei Gerätetypen das Internet unterschiedslos mobil nutzen. Einschränkungen ergeben sich hierbei nur aus dem jeweils genutzten Mobilfunkstandard. Aber wer schon einmal längere Zeit einen mobilen Rechner getragen hat, weiß, dass es noch einen weiteren (ge)wichtigen Faktor in Sachen Mobilität gibt: Notebooks sind deutlich schwerer und unhandlicher als ihre Konkurrenz. In deren direktem Vergleich hat das Netbook gegenüber dem iPad den Vorteil, dass sein Bildschirm beim Transport durch das Gehäuse geschützt wird. Eine entsprechende Schutzhülle für das Apple-Gerät muss erst im Zubehörhandel erworben werden.
Geräte vergleichen
Im Vergleich zu einem Desktopcomputer sind die individuellen Anforderungen des Nutzers an einen mobilen Rechner ungleich höher. Da sich die jeweiligen Vorund Nachteile der einzelnen Geräte im Alltag sehr unterschiedlich bemerkbar machen können, ist es empfehlenswert, diese persönlich in einem Fachgeschäft in Augenschein zu nehmen. Erst dann zeigt sich beispielsweise, ob der Bildschirm die richtige Größe hat und ob der Inhalt auch gut erkennbar ist, wenn der Computer in einem bestimmten Winkel in der Hand gehalten oder auf den Knien balanciert wird. Ebenfalls wichtig beim Realitätscheck ist die Bedienbarkeit. Die Frage, wie leicht man zwischen verschiedenen Programmen wechseln, einzelne Dateien aufrufen oder die Bildschirmdarstellung ändern kann, ist vor allem für Nutzer wichtig, die ihren Rechner im Wortsinne „mobil“ nutzen und daher nur eine Hand zur Eingabe entsprechender Befehle frei haben. Und wer mit seinem tragbaren Computer auch die Menschen in seiner Umgebung beeindrucken will oder muss, sollte neben der Funktionalität auch das Aussehen sowie die Marke seines zukünftigen Schmuckstücks berücksichtigen.
Fazit:
Da alle mobilen Geräte Vor- und Nachteile haben, muss sich eine Kaufentscheidung an den jeweiligen Anforderungen orientieren. Wer beispielsweise auch unterwegs einen möglichst vollwertigen Rechner benötigt und bereit ist, dafür einige Kilos herumzutragen, sollte sich ein Notebook zulegen. Für Anwender, die bei ihrem PC möglichst Platz und Gewicht sparen wollen und dabei auf ein optisches Laufwerk ebenso verzichten können wie auf eine große Tastatur, ist ein Netbook das optimale Gerät. Wer seinen mobilen Rechner primär zum Surfen, für grundlegende Büroarbeiten und als Unterhaltungsgerät nutzen möchte, ist mit einem iPad am besten beraten.

B4B MITTELSTAND bedient den aktuellen Informationsbedarf des Mittelstands. Die Beiträge vermitteln einen Überblick über das jeweilige Thema und zeigen dessen praktischen Nutzen auf.

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