TU München

Vom Erlkönig zum Elektroflitzer

Mobilität | 07.09.2011

MUTE - das Elektroauto der TU München, Bild: MUTE
MUTE - das Elektroauto der TU München, Bild: MUTE

Der Wettstreit um die erste serientaugliche Großproduktion eines Elektroautos läuft. Dass hierbei nicht mehr nur etablierte Autobauer die Nase vorn haben, beweist MUTE aus Deutschland.

Der Wettstreit um die erste serientaugliche Großproduktion eines Elektroautos läuft. Dass hierbei nicht mehr nur etablierte Autobauer die Nase vorn haben, beweist MUTE – ein sportlicher, revolutionärer Elektro-Zweisitzer und Ergebnis eines ehrgeizigen Pilotprojektes von insgesamt 20 Lehrstühlen des Wissenschaftszentrums Elektromobilität (WZE) der Technischen Universität München.

MUTE-Pilotprojekt

Der City-Flitzer, der dank eines umfassenden interdisziplinären Ansatzes hohe Effizienz, Sicherheit, niedrige Kosten, Ästhetik und Fahrspaß vereint, hat bereits erste Testfahrten absolviert und feiert nun in Form eines fahrbaren Prototyps auf dem Gemeinschaftsstand der Bayern Innovativ in Halle 4 auf der IAA 2011 Premiere. Das MUTE-Pilotprojekt soll zeigen, dass in naher Zukunft Elektromobilität auch für die Massenanwendung geeignet ist. Zum ersten Mal wurden in einem umfassenden Forschungsansatz technische Herausforderungen mit sozioökonomischen Rahmenbedingungen verknüpft. MUTE erreicht durch die Gewichtsreduzierung eine deutliche Kostendämpfung.

E-Mobilität: Cityflitzer und edle Sportwagen

Das maximale Leergewicht des E-Kleinfahrzeugs der Zulassungsklasse L7E liegt bei 400 Kilogramm. Die Reichweite soll mindestens 100 Kilometer betragen, die Höchstgeschwindigkeit 120 km/h. eRUF – Auf dem Weg in eine neue Welt der Mobilität Egal ob sparsamer Cityflitzer für jedermann oder edler Sportwagen der Luxusklasse: Richtungsweisende E-Fahrzeugkonzepte berücksichtigen schon jetzt jeden individuellen Mobilitätsbedarf. Bestes Bespiel hierfür ist die Ruf Automobile GmbH. Als erstes deutsches Unternehmen entwickelte sie für einen endverbrauchernahen Feldversuch einen elektrisch angetriebenen Sportwagen auf der Basis des Porsches 911.

eRUFFahrzeuge

Im ersten Halbjahr 2011 wurden in Kooperation mit der Siemens AG zehn eRUFFahrzeuge aufgebaut. Gefördert wird das Projekt durch das Bundesumweltministerium (BMU), das insbesondere an der Praxiserprobung der unterschiedlichen Batterie-und Antriebskonzepte interessiert ist. Innovative Systeme und Komponenten der Automobilzulieferer Die auf dem Gemeinschaftsstand vertretenen Automobilzulieferer demonstrieren ihre Innovationskraft einem breiten Fachpublikum. Sie zeigen ein vielfältiges Spektrum von Neuentwicklungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette: Software im Entwicklungsbereich und innovative Komponenten für elektrische Antriebstechnik, Maschinentechnik zur Herstellung von Präzisionsteilen oder neue Produktlösungen für die Kunststoffverarbeitung sowie Konzepte für die automobile Elektrik- und Elektronikarchitektur.

Zu den Ausstellern zählen:

Baumüller Holding GmbH & Co.KG: Komponenten für Hybridantriebssysteme
C-CON Unternehmensgruppe: Bauteile sowie Baugruppen aus Blech, Kunststoff, Aluminium oder Faserverbundmaterialien
Compact Dynamics GmbH: Antriebssysteme für E-Fahrzeuge
Hochschule Coburg University of applied sciences – CAT Racing
Fraunhofer-Einrichtung für Systeme der Kommunikationstechnik ESK: Test und Simulation von E/E-Architekturen und Funktionen von Elektrofahrzeugen
Hochschule München, Fakultät 03 Fahrzeugtechnik: Realisierung einer anwendergerechten virtuellen Fahrzeugentwicklung mit Fokus auf Fahrdynamik
HS Systemtechnik GmbH: Blech-, Stanz- und Umform-/Biegetechnik – insbesondere Gehäusetechnologie und Schirmungen für viele Branchen
IAV GmbH: Entwicklungspartner im MUTE-Projekt
Intedis GmbH & Co. KG: Konzepte für die automobile Elektrik-/Elektronikarchitektur
RUF Automobile GmbH: erster elektrisch angetriebener Sportwagen Deutschlands
Sensor Technik Wiedemann GmbH: modulares Lithium-Ionen-Batteriesystem des eRUF-Sportwagens für Flüssig-Kühlung und -Heizung
SPM-Tech: Vertriebsberatung sowie Innovations- und Patentvermarktung
Technische Universität München – MUTE, Wissenschaftszentrum für Elektromobilität: innovatives E-Fahrzeugkonzept für massentaugliche Elektromobilität zur Deckung des individuellen Mobilitätsbedarfs
Universität Erlangen-Nürnberg, Lehrstuhl für Kunststofftechnik: innovative Produktlösungen für Kunststoffverarbeitung, Werkstoffe und Konstruktion sowie Kunststoffe in der Mechatronik
Veldener Präzisionstechnik GmbH: Präzisionsteile aus Metall

Netzwerk BAIKA

„Innovation durch Kooperation zur Stärkung der Automobilzulieferer“ – diese Vision wurde vom Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie bereits 1997 verfolgt und führte zur Gründung des Netzwerks BAIKA mit der Bayern Innovativ GmbH in Nürnberg als Projektträger. Zielsetzung von BAIKA ist es, durch Innovations- und Kooperationsprojekte die Wettbewerbsfähigkeit von Zulieferunternehmen zu erhalten und weiter auszubauen. Zielgruppen sind Automobilzulieferer der 1. bis 4. Stufe, also vom Komponentenhersteller bis zum Lieferanten komplexer Systeme, vom Entwicklungsspezialisten bis zum Logistik-Dienstleister. Mit der Beteiligung von 16 internationalen Automobilherstellern (Audi, BMW, Daimler, Ford, Honda, Isuzu, Mazda, Mitsubishi, Opel, Peugeot, Porsche, Renault, smart, Skoda, Toyota, VW) mit 2.200 Unternehmen, davon 1.150 aus Bayern, den zehn größten Zulieferkonzernen weltweit, den zehn größten deutschen Zulieferunternehmen und 55 der 100 größten im Familienbesitz befindlichen Zulieferunternehmen in Deutschland sowie zahlreichen wissenschaftlichen Instituten, hat sich BAIKA zur führenden Initiative in Europa entwickelt.

Cluster Automotive

In Synergie mit dem Automobilzulieferernetzwerk BAIKA (Bayerische Innovations- und Kooperationsinitiative Automobilzulieferindustrie) intensiviert der Cluster Automotive die Vernetzung von Unternehmen und Forschungseinrichtungen auf regionaler Ebene. Durch den Cluster Automotive wird die projektorientierte Zusammenarbeit unter Nutzung der räumlichen Nähe gefördert, was die Schnelligkeit in der Innovation, in der Entwicklung neuer Produkte sowie eine effiziente Produktionstechnik ermöglicht. Instrumente hierfür sind Kongresse, Foren und Cluster-Treffs bei Firmen und Instituten sowie die querschnittsorientierte Zusammenarbeit mit anderen Clustern. Darüber hinaus unterstützt das Cluster-Management bayerische Zulieferer durch Organisation und Moderation von Projektarbeitskreisen und bei der Identifizierung von Förderprogrammen für Verbundprojekte und der Projektantragstellung auf Landes-, Bundes- und EU-Ebene.

Gemeinschaftsstand

Der vom Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie geförderte Gemeinschaftsstand Bayern Innovativ auf der IAA mit einer Ausstellungsfläche von 190 m² wird von der Bayern Innovativ GmbH in enger Zusammenarbeit mit dem Cluster Automotive konzipiert und organisiert. Der Gemeinschaftsstand gibt jedem einzelnen Aussteller die Möglichkeit, seine Kompetenz individuell unter der seit über zehn Jahren etablierten Dachmarke Bayern Innovativ darzustellen. Die Aussteller bilden in ihrer Gesamtheit einen repräsentieren Querschnitt der Innovationskraft junger Unternehmen und Forschungsinstituten aus dem Bereich der bayerischen Automobilzulieferer.

Bayern Innovativ GmbH

Die Bayern Innovativ GmbH wurde 1995 von der Bayerischen Staatsregierung initiiert und gemeinsam von Politik, Wirtschaft und Wissenschaft als Gesellschaft für Innovation und Wissenstransfer mit Sitz in Nürnberg gegründet. Zielsetzung der Bayern Innovativ ist, durch den Ausbau des Technologietransfers Innovationen in kleinen und mittleren Unternehmen zu initiieren. Leitgedanke ist das Zusammenführen verschiedener Kompetenzen, um neuartige Entwicklungen voranzutreiben sowie deren Markteintritt durch die Präsentation neuer Produkte und Entwicklungen zu unterstützen. Neben zehn etablierten Netzwerken managt die Bayern Innovativ GmbH fünf Cluster der 2006 gestarteten Cluster Offensive: Automotive, Neue Werkstoffe, Logistik, Energietechnik und Medizintechnik. Ziele dieser Initiative sind der Ausbau und die Stärkung landesweiter Netzwerke zwischen Unternehmen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen, aber auch zwischen Dienstleistern und Geldgebern in Schlüsselbranchen und entscheidenden Technologiefeldern.

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