Mobilität | 30.09.2009
Auf der Internationalen Automobilausstellung (IAA) vom 15. bis 27. September 2009 in Frankfurt stand die effiziente Mobilität im Fokus aller Hersteller und im Mittelpunkt des Besucherinteresses.
Sind nun die von der Bundesregierung einhellig geforderten elektrisch betriebenen Automobile der Weisheit letzter Schluss? Auf der IAA zeigten die meisten Hersteller ihre Vorstellungen von Mobilität in einer bis dato nicht gezeigten Vielfalt. Von konventionellen Antrieben bis hin zu den verschiedensten Alternativen gab es alles zu sehen und zu erleben.
Alfa Romeo – Fiat – Lancia
MultiAir heißt das neue Schlagwort aus Italien und nach Aussage eines Sprechers des Konzerns wird diese neue Technik genauso revolutionär sein wie die Commonrail-Diesel-Technologie. Und die stammt im Übrigen auch aus den Entwicklungszentren in Turin und Mailand und nicht, wie so oft angenommen, aus Niedersachsen. Zehn Prozent weniger Verbrauch und gleichzeitig zehn Prozent mehr Leistung versprechen die Italiener.
BMW und MINI
Der Hersteller aus München hat das Motto der IAA „Erleben, was bewegt“ am eindrücklichsten umgesetzt. Positioniert in der neuen Halle 11 fuhr die weiße Flotte der EfficientDynamics BMW nicht nur zur Pressekonferenz auf dem Oval, das die Ausstellungsfläche umrahmte. Eindrücklich auch die Arbeit der BMW-Ingenieure, die Fahrspaß, Leistung und niedrige Emissionen optimal miteinander verbinden. So ist BMW im Moment der Premium-Hersteller mit dem niedrigsten Flottenverbrauch. Und mit dem 320d EfficientDynamics Edition gelang BMW die Symbiose aus einem sehr sparsamen Fahrzeug und hoher Leistungsentfaltung.
Der 5er Grand Turismo und der X1 bereicherten neben dem Active- Hybrid X6 und dem Active-Hybrid 7er die Weltpremieren. Über den 5er GT ist bereits ein Fahrbericht online veröffentlicht, über den X1 ist seit Ende September 2009 zu lesen und die beiden Hybride folgen im Spätherbst 2009.
Opel
Der Astra erstrahlt in seinem eigenen Glanz auf dem Messestand der Rüsselsheimer, die jetzt vielleicht wissen, wo sie in Zukunft hingehören. Und mit diesem Astra können die Opelaner erheblich gegenüber ihrer schärfsten Konkurrenz aufholen. Erste Testfahrten finden Anfang Oktober 2009 statt. Ebenfalls ein echter Hingucker ist der Ampera, der in zwei Jahren für jedermann erhältlich sein wird. Mit seinem als Generator dienenden kleinen Motor kommt man im reinen Elektroantrieb rund 500 Kilometer weit.
Volkswagen Group
Der Siegeszug der Wolfsburger ist schwerlich aufhaltbar. Selbst in Zeiten der Krise legen die Winterkorner ein Tempo vor, das seinesgleichen sucht. Am Volkswagen-Stand sonnten sich die neuesten BlueMotion-Produkte neben dem E-Up! und dem 1-Liter-Auto L1. In derselben Halle zeigt Seat ihren IBZ, den legitimen Nachfolger des Ibiza, der bereits nächsten Sommer unsere Straßen bevölkern darf. Audi klotzte mit dem R8 Spyder und dem etron, einem Hochleistungssportwagen mit reinem Elektroantrieb. Der S5 Sportback ergänzt den A5 Sportback und der A4 clean diesel erfüllt schon jetzt die Euro 6-Norm. Im A3 werkelt bald ein 1,2-Liter-TFSI-Motor mit 105 PS, der sich mit 5,5 Litern begnügen soll. Fast stiefmütterlich in die Ecke gedrückt, zeigte Bentley den neuen Mulsanne und Lamborghini seinen einzigen Hecktriebler namens Gallardo LP 550-2 „Valentino Balboni“, der dem Cheftestfahrer der Marke gewidmet ist.
Frankreich
Interessante Modelle, verrückte Studien und viel Elektro. Mit diesen Schlagworten kann man die drei Unternehmen Citroën, Peugeot und Renault kurz und knackig charakterisieren. Toll der RCZ von Peugeot, ein Sportwagen mit Herz, auch für den kleineren Geldbeutel.
Asien
Zwei Koreaner und drei bzw. vier Japaner bildeten die Speerspitze Asiens. Nissan, Honda und Mitsubishi blieben zu Hause. Kia zeigte den neuen Venga, ein Minivan, der im Frühjahr 2010 nach Deutschland kommt und den Forte LPI mit Autogas-Elektro-Hybrid-Antrieb. Hyundai war mit dem iX35 und einigen Studien vertreten.
Toyota und Lexus stellten gewohntermaßen die Hybride in den Vordergrund. Mazda präsentierte den CX-7 mit Dieselmotor.
Sportler und Exoten
Sie dürfen auf keiner IAA fehlen. Denn sie sind die Würze der automobilen Kunst. Fahrzeuge der Marken Ferrari, Maserati, Aston Martin, Jaguar und selbstverständlich Porsche und der SLS AMG von Mercedes-Benz. Jaguar präsentierte als neue Offenbarung der Oberklasse den XJ. Ein Traumauto, das mit dem 3-Liter- Diesel und einem Verbrauch von 7 Litern keine Vergleiche scheuen braucht. Rapide vorwärts drängt der „Rapide“ von Aston Martin.
Ein reinrassiger Sportwagen mit vier Türen und vier First-Class-Lederpolstern. Zwölf Zylinder brabbeln wunderbar und ein bisschen Unvernunft hat in diesem Segment noch nie geschadet.
Fazit
Das Elektromobil lauert in allen Ecken. Egal, ob MINI E oder Tesla, Peugeot BB1 oder E-Up! Praktisch alle Hersteller haben ihre Eisen im Feuer, und wenn die Versorgung mit dem Strom geklärt ist, sollten diese Antriebe auch schnellstens unsere Straßen bevölkern. Das Ziel der Regierung, dass bis 2020 eine Million Elektroautos zugelassen sein sollen, ist hoch gegriffen, aber mit gemeinsamen Anstrengungen erreichbar.

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