Sicher unterwegs

Mobilität | 23.05.2011

Vorteile und Grenzen von elektronischen Sicherheitssystemen im Kfz
Vorteile und Grenzen von elektronischen Sicherheitssystemen im Kfz

Für Mitarbeiter mittelständischer Unternehmen gehören viele Kilometer hinterm Steuer häufig zum Berufsalltag. Fahrerassistenzsysteme können unterwegs für mehr Sicherheit sorgen.

Fahrerassistenzsysteme existieren bereits seit Langem. Wichtige Hilfen wie ABS oder ESP sind mittlerweile fast in jedem Auto vorhanden und haben längst Einzug in das kollektive Allgemeinwissen gehalten. Aber die Ingenieure der Kfz-Hersteller haben in den letzten Jahren weitere innovative Lösungen entwickelt. Viele der modernen Fahrbegleiter waren bis vor Kurzem nur in Oberklasselimousinen verfügbar, sind aber mittlerweile auch in einer Vielzahl von Fahrzeugen der Mittelklasse erhältlich – jedoch nicht immer für alle Fahrzeugtypen eines Herstellers. Einige der Helfer sind einzeln nachrüstbar, andere sind in spezifischen Sicherheitspaketen zusammengefasst. Die Preise für derartige Kombinationslösungen liegen bei circa 1.500 Euro für einfachere Systeme, umfassendere Varianten können das Doppelte kosten.

Neben unterstützenden Assistenten wie Navigationssystem, Einparkhilfe oder Fehlbetankungsschutz gibt es auch Funktionen, die aktiv dabei helfen, Gefahrensituationen zu vermeiden oder zu entschärfen.

Fahrspurassistenten

Diese Helfer erkennen Position und Ausrichtung eines Kfz auf der Fahrbahn und sorgen dafür, dass ein Pkw beispielsweise seine Spur hält oder dass beim Wechseln in eine andere Fahrspur alles reibungslos verläuft. Die Assistenten beobachten dabei mit optischen Sensoren oder Infrarot die Straße und bestimmen regelmäßig die Position des Fahrzeugs sowie insbesondere seinen jeweiligen Abstand zu den Fahrbahnmarkierungen.

Lenkradvibrationen

Unterschreitet dieser Abstand die als sicher eingestufte Entfernung, so wird der Fahrer durch optische oder akustische Signale oder durch Lenkradvibrationen alarmiert. Der sogenannte Spurhalteassistent greift dabei sogar in die Lenkung ein und korrigiert die Fahrtrichtung. Durch Betätigen des Blinkers wird dieser Helfer deaktiviert. Bei Spurwechseln auf mehrspurigen Straßen ist der Totwinkelassistent hilfreich. Mittels Kameras, Radar oder Laserscanner beobachtet das Gerät die Bereiche direkt hinter und neben dem eigenen Auto und warnt vor drohenden Kollisionen.

Bremshelfer

Assistenten dieser Kategorie unterstützen den Fahrer beim schnellen und sicheren Anhalten. Der Bremsassistent erkennt anhand der Geschwindigkeit, mit der das Bremspedal betätigt wird, sowie anderen Parametern, ob eine Gefahrenbremsung nötig ist und erhöht dann den Bremsdruck auf den maximal möglichen Wert. Im Zusammenspiel mit dem klassischen ABS wird dabei ein Blockieren der Räder verhindert.

Radar und Laser

Andere Bremshilfen gehen weiter und reagieren nicht nur auf das Verhalten des Fahrers, sondern beobachten selbst mittels Radar oder Laser die Umgebung. Sie warnen den Fahrer vor Hindernissen auf der Straße, kreuzenden Autos oder Fußgängern und leiten bei akuten Gefahrensituationen automatisch Bremsvorgänge ein. Einige dieser Helfer funktionieren aber nur innerhalb bestimmter Geschwindigkeitsbereiche. Die Aktivierung der Notbremsfunktion führt bei manchen Automobilen außerdem automatisch zu weiteren Maßnahmen wie dem Straffen der Gurte oder dem Schließen der Fenster und des Schiebedachs.

Lichtassistenten

Vor allem nachts sind die Sichtverhältnisse auf unbeleuchteten Landstraßen nicht immer optimal und ein großer Unsicherheitsfaktor. Abhilfe schafft hier das sogenannte Kurvenlicht. Dieses ist zurzeit in zwei grundlegenden Varianten verfügbar. Beim statischen Kurvenlicht wird eine separate Lichtquelle zum normalen Abblend- oder Fernlicht dazu geschaltet und beleuchtet den Bereich seitlich vor dem Fahrzeug. Diese Funktion ist insbesondere beim Einbiegen in eine Einfahrt hilfreich. Das dynamische Kurvenlicht ist hingegen für Kurven mit größeren Radien vorgesehen, die mit Geschwindigkeiten über 30 Stundenkilometern durchfahren werden. Bei dieser Lösung wird das komplette Scheinwerferlicht horizontal in Kurvenrichtung geschwenkt und leuchtet so die gekrümmte Fahrspur deutlich besser aus als herkömmliche Scheinwerfer.

Wichtige Zusatzinformationen

Neben den aktiv in die Fahrt eingreifenden Assistenten gibt es auch Helfer, die den Fahrer mit wichtigen Zusatzinformationen versorgen und so zur Fahrsicherheit beitragen. Das Reifendruckkontrollsystem warnt etwa bei Abweichungen vom empfohlenen Druck der Pneus und verschafft dem Fahrer damit einen doppelten Vorteil, da optimal befüllte Reifen nicht nur sicherer sind, sondern auch Benzin sparen. Die automatische Verkehrszeichenerkennung hilft dem Fahrer dabei, keine relevanten Straßenschilder mehr zu übersehen. Das System erkennt und erfasst mittels Bilderkennungssensoren Schilder am Straßenrand und zeigt dem Lenker des Fahrzeugs die jeweils identifizierten Zeichen an. In Verbindung mit einigen Tempomatversionen kann dabei auch die Fahrzeuggeschwindigkeit automatisch geregelt werden. Nachtsichtassistenten nutzen Infrarotkameras, um in der Dunkelheit außerhalb der Reichweite der Scheinwerfer befindliche Objekte zu erfassen und auf einem Schwarz-Weiß- Bildschirm oder einem Head-up-Display in der Windschutzscheibe darzustellen. Und schließlich: Immer mehr Hersteller bieten Rettungskarten an, auf denen die im jeweiligen Pkw eingebauten Sicherheitssysteme erfasst sind. Diese Daten sind wichtig für technische Unfallrettungsmaßnahmen und sollten unbedingt im Fahrzeug hinter der Fahrer-Sonnenblende mitgeführt werden.

Fazit

■ Die aktuell verfügbaren Assistenzsysteme machen das Autofahren oftmals einfacher und sicherer.
■ Beim Kauf bedenken: Jedes elektronische Bauteil erhöht nicht nur den Spritverbrauch, sondern auch die Zahl möglicher Defekte.
■ Vor Unfällen schützt letztlich nur ein defensiver und vorausschauender Fahrstil.

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