Mobilität | 23.06.2009
Smartphones sind in einer Vielzahl von Varianten erhältlich. Einige grundlegende Überlegungen helfen, dass passende Gerät zu finden. Links und Tipps zum Thema am Ende des Artikels.
Wer heutzutage als Geschäftsmann sein Mobiltelefon nur für Gespräche und Textbotschaften nutzt, ist möglicherweise schon fast eine ganze Handy-Generation im Rückstand. Durch neue und stetig verbesserte Technologien vereinen die neuesten mobilen Endgeräte, so genannte „Smartphones“, mittlerweile den klassischen Leistungsumfang eines Handys mit dem eines kleinen Computers und bieten somit ganz neue Nutzungsmöglichkeiten. Neben Klassikern wie E-Mail-Kommunikation oder Office-Anwendungen ermöglichen die „schlauen Telefone“ – meist mittels zusätzlicher Software – auch unternehmensspezifische Anwendungen wie Flottenmanagement oder die Nutzung als Navigationsgerät. Aufgrund der verschiedenen Hersteller, Betriebssysteme, Ausstattungsmerkmale sowie Mobilfunkanbieter ist es allerdings nicht immer leicht, das passende Gerät für die eigenen Bedürfnisse zu finden. B4B MITTELSTAND hat den Angebotsdschungel erkundet und einige Entscheidungshilfen zusammengestellt.
Verwendungszweck
Für Nutzer, die primär E-Mails empfangen und verschicken sowie Termine oder Kontakte verwalten wollen, sind alle Smartphones geeignet, die über Windows Mobile sowie eine Anbindungsmöglichkeit an Microsoft Exchange verfügen. Für den Einsatz als Mobile Office sollte das Smartphone außerdem über einen leistungsfähigen (Arbeits-) Speicher und eine gute Prozessorleistung verfügen sowie kompatibel zu Microsoft Office-Produkten sein. Wenn sich Office-Dateien auf einem Unternehmens-Server befinden und mehrere Mitarbeiter darauf zugreifen, muss darauf geachtet werden, dass die jeweiligen Dokumente, Präsentationen oder Grafiken entsprechend synchronisiert werden können.
Bedienung
Unabhängig von Design und Konstruktion erfolgt die Bedienung eines Smartphones mittels der zwei grundlegenden Eingabemöglichkeiten Tastatur oder Touchscreen. Für Multimedia-Anwendungen, die Verwaltung von E-Mails oder Internetnutzung ist ein Touchscreen mit Drag and Drop, Zoom und anderen interaktiven Funktionen vollkommen ausreichend. Wer zusätzlich relativ viel Textarbeit verrichtet, sollte darauf achten, dass sein zukünftiges Endgerät über eine QWERTZ-Tastatur verfügt. Wichtig ist hierbei auch die Größe und räumliche Aufteilung. Menschen mit etwas größeren Fingern sollten Geräte mit einer auf-/ausklappbaren Tastatur verwenden oder sich eine externe, etwa mittels Bluetooth eingebundene, Zusatztastatur zulegen.
Sicherheit
Wenn Außendienstmitarbeiter unabhängig von ihrem Aufenthaltsort auf Unternehmensdaten zugreifen müssen, können Smartphones auch direkt in Firmennetzwerke eingebunden werden. Bei einer derartigen Nutzung haben neben der Kompatibilität der kommunizierenden Software vor allem Sicherheitsaspekte oberste Priorität. Hierzu gehören beispielsweise eine möglichst hohe Verschlüsselungsrate sowie die Verwendung einer Firewall und die Trennung der Unternehmensdaten vom „öffentlichen“ Internet. Werden mit dem Smartphone auch sensible Daten bearbeitet, ist es insbesondere im Hinblick auf dessen Verlust oder Diebstahl empfehlenswert, dass der IT-Administrator des Unternehmens mittels einer zentralen Kennwortverwaltung sowie einer Löschfunktion jederzeit ortsunabhängig den Zugriff auf das Gerät sperren oder darauf befindliche Datensätze entfernen kann.
Zusatzanwendungen
Neben „klassischen“ Geschäftsanwendungen stehen den Nutzern der neuesten Engeräte mittels verschiedener Zusatzprogramme auch viele weitere Anwendungen zur Verfügung. Wer beispielsweise Musik- oder Multimedia-Inhalte nutzen möchte, sollte darauf achten, dass sein Gerät über einen entsprechend großen Speicher sowie eine angemessene Sound- und Grafikausstattung verfügt. Wer standortspezifische Anwendungen („Location Based Services“) wie die Anzeige von Dienstleistungsangeboten in der Umgebung, Ortsbeschreibungen oder mobile Arbeitszeiterfassung nutzen möchte, sollte darauf achten, dass sein Gerät GPS-fähig ist. Beachtet werden sollte, dass einige Zusatzprogramme kostenpflichtig und an bestimmte Geräte oder Betriebssysteme gebunden sind.
Stromverbrauch
Die Akkulaufzeit von Smartphones liegt je nach Leistungsumfang und Nutzung zwischen einem halben Tag oder einer knappen Woche. Wer viel telefoniert, Push-E-Mail-Dienste verwendet oder Wert auf einen großen, hellen Bildschirm legt, braucht daher entweder ein Smartphone mit sehr leistungsfähigem Akku oder relativ häufig Zugang zu einer Steckdose.
Betriebssystem
Im Gegensatz zu normalen PCs gibt es bei Smartphones kein dominierendes Betriebssystem. Rund ein halbes Dutzend „Operating Systems (OS)“ tummeln sich zurzeit auf dem Markt. Einige, wie Symbian, Windows Mobile oder Android, werden herstellerübergreifend eingesetzt während andere, wie RIM OS (Blackberry), iPhone OS (iPhone) und webOS (Palm) nur auf Geräten eines Herstellers zu finden sind. Wer sich aufgrund persönlicher Vorlieben oder Nutzungswünsche für ein spezifisches Gerät entscheidet, muss sich daher auch stets mit dem dazu verfügbaren Betriebssystem anfreunden. Wer eher Wert auf spezifische Eigenschaften legt, geht quasi den umgekehrten Weg. Er sucht sich das für seine Zwecke am besten geeignete OS aus und muss sich dann eines der hiervon unterstützten Endgeräte zulegen.
Providerwahl
Nahezu jeder Provider bietet eine Vielzahl von Tarifen für unterschiedlichste Anforderungsprofile. Grundsätzlich sollten daher Angebote verschiedener Mobilfunkanbieter eingeholt und verglichen werden. Insbesondere außerhalb von Großstädten und Ballungsräumen gibt es je nach Anbieter außerdem noch erhebliche Unterschiede bei der jeweils verfügbaren Bandbreite und der davon abhängigen Übertragungsgeschwindigkeit. Für einigermaßen sinnvolle Onlinenutzung sollte die Anbindung an das Mobilfunknetz mindestens über UMTS erfolgen. Da bestimmte Endgeräte und Betriebssysteme in Deutschland allerdings nur über einen bestimmten Mobilfunkanbieter erhältlich sind, ist die Wahlmöglichkeit in diesen Fällen natürlich entsprechend eingeschränkt.
Fazit
Smartphones bieten eine Menge Einsatzmöglichkeiten jenseits normaler Handynutzung. Aber aufgrund der in der Regel höheren Anschaffungs- und Unterhaltskosten sollte man sie sich nur zulegen, wenn man die zahlreichen Zusatzfunktionen überhaupt gebrauchen kann. Wer nur telefonieren und ab und zu mal eine Textnachricht verschicken möchte, kann auch weiterhin auf das bewährte Handy zurückgreifen. Und man sollte auch bedenken, dass sich gerade die technischen Möglichkeiten der Smartphones zu einem Fluch entwickeln können. Wer immer erreichbar ist, wird sich eventuell auch außerhalb normaler Geschäftszeiten um dienstliche Belange kümmern müssen. Und wer ortsabhängige Dienste nutzt, gibt damit auch stets seinen eigenen Standort preis.
Für den vollwertigen mobilen Ersatz des eigenen Büros sind Smartphones im Moment außerdem zurzeit noch nicht die beste Lösung. Hierzu sind nach wie vor klassische Laptops oder zumindest Subnotebooks mit langer Akkulaufzeit, mattem Display (gegebenenfalls mit LED-Backlight) sowie vollwertiger Tastatur und Windows Vista Business oder Windows XP Pro deutlich besser geeignet.
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