Internationales Transportforum

Neue Studie untersucht Abwrackprämien

Mobilität | 12.07.2011

Kosten Sparen Mobilität

Programme zur Erneuerung des Autobestands in Deutschland, Frankreich und USA bleiben mit Blick auf weniger Emissionen und mehr Verkehrssicherheit unter den Möglichkeiten.

Staatliche Programme zur Erneuerung der Autoflotten („Abwrackprämie“) in den USA, Frankreich und Deutschland haben nicht die möglichen Verbesserungen bei Umweltschutz und Verkehrssicherheit erreicht. Das ist das Fazit einer neuen Studie, die das Weltverkehrsforum (International Transport Forum) der OECD und die FIA Foundation heute veröffentlichen.

Staatliche Programme im Blick

Im Zentrum der 70-seitigen Studie stehen drei der umfangreichsten staatlich geförderten Abwrackprogramme, die im Gefolge der Wirtschaftskrise 2008 mit dem vorrangigen Ziel der Konjunkturbelebung eingeführt wurden.

Altwagen gegen Neuwagen

Die Studie untersucht die Auswirkungen auf die CO2- und NOx-Emissionen von 2,8 Millionen Transaktionen, bei denen in Deutschland Frankreich und den USA Altwagen im Rahmen von Abwrack-Programmen gegen Neuwagen ausgewechselt wurden. Die Autoren des Berichts ermittelten den Geldwert der einzelnen Programme und identifizierten die Schlüsselelemente für eine erfolgreiche Umsetzung von Umwelt- und Sicherheitszielen.

Hohe Krafstoff-Einsparungen

In den USA führten die gezielten Anreize zwar zu positiven Ergebnissen durch Kraftstoff-Einsparungen. Jedoch waren diese Anreize nicht optimal auf Verbrauchsverbesserung oder den Schadstoff-Reduzierung abgestimmt. In Deutschland wurden viele Kleinwagen gegen Mittelklasse-Fahrzeuge eingetauscht, was die Wirksamkeit reduzierte. In Frankreich profitierte die Wirksamkeit von einem CO2-Limit als Teil der Typenzulassung für Neuwagen wie auch von der Abwrackung vor allem sehr alter, stark emittierender Fahrzeuge. Andererseits führten diese Auflagen zu einem sehr hohen Anteil von Dieselfahrzeugen unter den Neuzulassungen, was die Wirkung auf NOx-Emissionen reduziert.

Verletzungen vermeiden

Mit Blick auf eine Verbesserung der Verkehrssicherheit durch modernere Autos ergibt sich für die Experten folgendes Bild: In den USA dürfte das dortige Abwrackprogramm rund 2800 schwere Verletzungen vermeiden helfen, davon 40 mit tödlichem Ausgang. In Deutschland gehen die Experten von 60 Verkehrstoten und 6100 Schwerverletzten weniger infolge der Abwrackprämie aus. Für Frankreich werden lediglich 330 Schwerverletzte weniger veranschlagt, von denen 20 gestorben wären.

CO2 reduzieren

Die Zielsetzung von Abwrack-Programmen sollten sehr genau durchdacht werden, so das Fazit der Studie. Auch deuten die Ergebnisse der Untersuchung darauf hin, dass die Bevorzugung von CO2-Reduktionszielen gegenüber der Verminderung anderer Emissionen und verbesserter Verkehrssicherheit insgesamt zu geringerer Kosteneffizienz und einem niedrigeren gesellschaftlichen Nutzen führt.

Die richtige Lösung finden

„Staatliche Hilfen für den Autotausch bringen nur echten Nutzen, wenn die Maßnahmen sorgfältig ausgestaltet werden”, erklärte Jack Short, Generalsekretär des Weltverkehrsforums, anlässlich der Präsentation der Studie. „Der Schlüssel dazu ist ein Best-Practice-Ansatz. Wir hoffen, dass vergleichende Studien wie diese dabei helfen, dass Länder, die ähnliche Programme erwägen, die für sie richtige Lösung finden.“

Niederländische Beratungsorganisation

Die Studie „Car Fleet Renewal Schemes: Environmental and Safety Impacts“ wurde von der niederländischen Forschungs- und Beratungsorganisation TNO gemeinsam mit Experten des Weltverkehrsforums und des Umweltdirektorats der OECD erstellt. Die Auswirkungen auf die Verkehrssicherheit wurden vom niederländischen Institut für Verkehrssicherheitsforschung (SWOV) analysiert.

Weltverkehrsforum OECD

Initiiert wurde das Projekt wurde vom Weltverkehrsforum der OECD, dem OECD-Umweltdirektorat sowie der unabhängigen Stiftung FIA Foundation (Großbritannien) unter dem Dach der Global Fuel Economy Initiative (GFEI). Die GFEI arbeitet mit Ländern zusammen, um auf nationaler Ebene den Kraftstoffeffizienz zu erhöhen und so den globalen CO2-Ausstoß des Straßenverkehrs bis 2050 zu senken.

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