Mobilität | 26.10.2010

Paketdienst GLS Germany mit neuem Chef, Symbolbild, Quelle: Fotolia
Wie eilig ist die Sendung? Wie sicher soll der Transportweg sein? Mit solchen Fragen beginnt die Auswahl des passenden Kurier-, Express- oder Paketdienstleisters. Worauf es bei der Wahl des Versandpartners ankommt.
Vom kleinen Alpendorf bis zur Nordseeküste – überall begegnen uns die Fahrzeuge der Kurier-, Express- und Paketdienste (KEP). Ein wachsender Markt. Nach einer Primärerhebung im KEPMarkt der Bundesnetzagentur stiegen in den letzten zehn Jahren die Zahl der Sendungen um 29 Prozent und der Umsatz um 32 Prozent. Für 2009 verzeichnete der Bundesverband Internationaler Express- und Kurierdienste e.V. (BIEK) in der KEP-Studie 2010 rund 2,18 Milliarden Sendungen, wobei die Paket- und Expressdienste den Löwenanteil ausmachen.
Rund drei Viertel aller Sendungen übernehmen die Top 20 der Branche, darunter FedEx, UPS, DHL, TNT, Hermes, GPS, Go oder DPD. Doch das komplexe Angebot ist schwer zu durchschauen. Die Bundesnetzagentur zählte 2007 allein in Deutschland 2.848 KEP-Unternehmen, die werblich am Markt auftreten. Sie beschäftigen neben ihren eigenen Flotten über 11.000 Transportunternehmen und über 25.000 Einzelkuriere, die gleichzeitig auch eigene Kunden bedienen.
Wegweiser im Angebotsdschungel
Wie lässt sich in diesem Wirrwarr der richtige Anbieter finden? Zunächst in drei Kategorien. Für wertvolle oder hochwertige Waren eignet sich der klassische Kurier, der seine Sendungen persönlich und auch über Nacht bis zum Empfänger begleitet. Im Unterschied dazu ist der Expressdienst zwar ebenso schnell, aber unbegleitet. Er bündelt Sendungen und speist sie in zum Teil weltumspannende Netzwerke ein. Bei den Paketdiensten spielen Gewicht und Größe eine Rolle. Mit hohem Systematisierungsgrad und festen Fahrplänen bringen sie viele standardisierte Pakete, Päckchen oder Dokumente an den Bestimmungsort. Der Preis ist dadurch deutlich günstiger als bei den Kurier- und Expressdiensten, obwohl auch hier die Zustellung gleich am nächsten Tag erfolgt.
Nicht Äpfel mit Birnen vergleichen
Zu den Auswahlkriterien zählen die Abhol- und Zustelloptionen der Anbieter. Je nach Postleitzahlgebiet ist die Abholung bis 19 Uhr ohne Zusatzgebühr Standard. Ausgeliefert wird hauptsächlich zwischen acht und zehn Uhr morgens. Früh- oder Wochenendanlieferungen erfolgen gegen Aufpreis. Ist es besonders eilig, stellen Nachtexpressnetzwerke wie TNT Innight die Sendung noch in der Nacht an individuell vereinbarten Orten, sogar bis in den Kofferraum, zu. Bei schwer erreichbaren Empfängern spielt die Anzahl der kostenfreien Zustellversuche eine Rolle. Für den seltenen Fall einer kaputten oder verlorenen Sendung ist der Versicherungsumfang wichtig. Damit nichts passiert, sichern viele Anbieter den Transportweg mit einer lückenlosen Sendungsverfolgung. Von der Annahme bis zur Auslieferung wird das Paket an allen Schnittstellen per Scanner erfasst. Statusmeldungen im Internet, via Telefon oder per SMS zeigen, wo sich das Paket gerade befindet und melden Störungen, zum Teil proaktiv.
Neben diesen grundlegenden Kriterien differenzieren sich die Anbieter über Zusatzdienste wie Zollformalitäten und Empfängeridentifikation mit speziellen Verfahren oder sie sorgen mit umfassenden Umweltschutzprogrammen dafür, dass die Sendung einen möglichst kleinen CO2-Fußabdruck hinterlässt.
Hilft zweifach beim Profit
Die immer leistungsfähigeren Paketdienste gewinnen an Marktanteilen. Ihre effizienten Prozesse lassen den Preis sinken, denn laut BIEK ist der Durchschnittserlös pro Sendung nach aktuellen Marktdaten seit 2007 von 6,22 Euro auf 6,10 Euro (2009) gesunken. Dieser Trend eröffnet Unternehmen aus Industrie, Handel und Dienstleistung neben Kosteneinsparpotenzialen vielfältige Vorteile. Unternehmen können mit kostengünstigen KEP-Diensten ihre Beschaffungs- und Absatzmärkte besser erschließen. Ebenso unterstützt der schnelle Transportweg arbeitsteilige Prozesse dezentraler Partner oder Niederlassungen. So etablieren sich die KEP-Dienste in großen und in kleinen Unternehmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette, und manche Dienstleister übernehmen dabei eigenverantwortlich das Warehousing oder sogar ganze Prozessschritte, wie zum Beispiel den Austausch von Waren.
Maximal manövrierfähig
Gemeinsam mit dem richtigen Ansprechpartner lassen sich gerade bei hohen und regelmäßigen Sendungsaufkommen individuelle Konditionen abseits der Standardpreise verhandeln. Dabei bestimmt nicht nur die Menge den Preis, sondern auch die Produktart, die Nähe zu Ballungsräumen oder wie regelmäßig eine Strecke bedient wird. Im harten Kampf um Kunden haben viele Anbieter das Potenzial der kleinen und mittleren Unternehmen längst erkannt und arbeiten mit speziell geschulten Ansprechpartnern. Denn der persönliche Dialog ist wichtiger denn je und hängt nicht nur von der kostenfreien Telefonhotline ab.
Fazit:
Die Nachfrage nach Kurier-, Express- und Paketdiensten (KEP) steigt kontinuierlich. Der Service ist flächendeckend und weltumspannend. Daraus resultiert eine fast unüberschaubare Anzahl von Anbietern, die den Vergleich von Preis und Leistung sehr komplex machen. Je nach Auswahlkriterium kann ein passender Dienstleister nicht nur die Versandkosten senken, sondern auch Arbeitsabläufe verbessern und neue Märkte eröffnen.

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