Mut zu Alternativen

Kleine Transporter mit Erdgasantrieb schonen Umwelt und Budget

Mobilität | 28.04.2010

Die Preise für Diesel und Benzin steigen. Die notwendigen Fahrten werden dagegen nicht weniger. So wird es Zeit umzudenken. Und alternative Antriebsarten in Betracht zu ziehen.

B4B MITTELSTAND hat sich auf dem Markt umgesehen und stellt kleinere und mittlere Transporter mit Erdgasantrieb vor.

In einem Fahrzeug mit größerem Volumen, wie zum Beispiel einem Fiat Doblò, ist es im Gegensatz zu normalen Pkws für den Hersteller wesentlich einfacher, Erdgasflaschen einzubauen. Zudem ist Erdgas zusammen mit Autogas allein schon wegen der wesentlich geringeren Treibstoffkosten eine echte Alternative zu effizienten Dieselmotoren.

Fiat
Die Italiener sind mit drei Modellen mit Erdgasantrieb auf dem Markt vertreten. Der kleinste Vertreter, der Fiorino, ist das ideale Fahrzeug für den städtischen Verkehr. Mit nicht einmal 3.90 Meter Länge wuselt dieses praktische Fahrzeug durch jegliche Verkehrssituation und kann dabei ein Ladevolumen von bis zu 2,8 m³ vorweisen. Der „Natural Power“ genannte Fiorino leistet 57 kW (77 PS) im Benzinbetrieb und 51 kW (70 PS) im Erdgasbetrieb. Zur Wahl stehen beim neuen Fiat Fiorino Natural Power die beiden Karosserievarianten Kastenwagen (ab 12.500 Euro netto) und Kombi (ab 13.600 Euro netto).

Eine Nummer größer ist der nagelneue Doblò Cargo, der im Sommer mit einem turboaufgeladenen 1,4-Liter-Motor den Markt bereichern wird. Der Fiat Doblò Cargo Natural Power kann als sogenanntes bivalentes Fahrzeug wahlweise mit Benzin oder Erdgas betrieben werden. Und er kann bis zu zwei Europaletten transportieren!

Richtig groß ist der Ducato. Der Dreiliter- Vierzylinder des neuen Fiat Ducato Natural Power leistet 100 kW (136 PS) und ist speziell für das international CNG (compressed natural gas) genannte Gas entwickelt. Fünf unter dem Fahrzeugboden montierte Flaschen haben eine Kapazität von 37 Kilogramm. Damit beträgt die Reichweite im Erdgasbetrieb rund 400 Kilometer. Manuelles Umschalten auf Benzinbetrieb ist nicht möglich.

Nur wenn der Gasvorrat aufgebraucht ist, schaltet die Motorelektronik automatisch auf die maximal 15 Liter betragende Benzinreserve um. Dann sind noch einmal mehr als 100 Kilometer Fahrt möglich. Anders als vergleichbare Fahrzeuge läuft der Motor des Fiat Ducato Natural Power vom Start weg ausschließlich mit Erdgas. Dadurch wird im Alltagsbetrieb gewährleistet, dass nahezu immer mit dem preiswerten und sauberen Erdgas gefahren wird. Der Durchschnittsverbrauch beträgt 8,8 Kilogramm Erdgas pro 100 Kilometer. Gerechnet nach Treibstoffkosten pro Kilometer ist der neue Fiat Ducato Natural Power damit die wirtschaftlichste Variante innerhalb der Baureihe. Der Einstiegspreis beträgt als Kastenwagen 31.300 Euro netto.

Opel
Die Rüsselsheimer sind mit dem mittlerweile etwas betagten Combo in der Erdgas-Liga unterwegs. Der 1,6-Liter leistet 69 kW (94 PS) und kostet netto je nach Ausstattung zwischen 15.900 und 18.900 Euro. Eine Nutzlast von 742 kg und eine Ladelänge von bis zu 2,70 Metern sind überzeugende Argumente für den Combo. Ein Nachfolger des Combo steht nach Angaben aus Rüsselsheim für Ende 2010 an.

Volkswagen
Der Caddy und sein großer Bruder mit dem Beinamen Maxi sind die momentanen Erdgasvertreter des Volkswagenkonzerns. 80 kW (109 PS) leistet der 2-Liter-Motor, der auf monovalenten Antrieb ausgelegt ist. Das heißt, dass der Motor auf den Betrieb mit Erdgas optimiert ist. Falls der Brennstoff bis zur nächsten Erdgastankstelle nicht mehr ausreicht, können beide Modelle auch mit Benzin betrieben werden.

Fasst der Caddy als Kastenwagen schon 3 m³, sind es beim Maxi stattliche 4,2m³. Der Caddy ist also ein echter Lademeister und liegt preislich zwischen 17.500 und 20.100 Euro. Der neue T5 ist im Moment nicht mit Erdgas zu bekommen, so wie es bei seinem Vorgänger noch der Fall war.

Erdgas – eine saubere Kraftquelle
Der CO2-Ausstoß ist im Erdgasbetrieb rund 25 Prozent niedriger als bei der Fahrt mit Benzin. Im Vergleich zu einem etwa gleichstarken Diesel- Triebwerk sinkt der CO2-Wert um 15 Prozent. Ein Erdgas-Motor produziert außerdem rund 70 Prozent weniger Stickoxide als ein Diesel-Motor, im Vergleich zu einem Benziner wird der Wert etwa halbiert.

Mit Erdgas-Fahrzeugen schonen innovativ orientierte Unternehmen und Autofahrer aber nicht nur die Umwelt, sondern auch ihr Portemonnaie. Noch mindestens bis 2018 gilt für Erdgas eine deutlich günstigere Besteuerung als für Benzin bzw. Diesel. Erdgasautos sparen dadurch bei den Kraftstoffkosten bis zu 50 Prozent gegenüber Benzinern und bis zu 30 Prozent gegenüber Diesel-Fahrzeugen. Sie sind daher nicht nur für Vielfahrer interessant. Weitere finanzielle Anreize bieten Zuschüsse von Kommunen oder Gasversorgern.

Fazit
Erdgas hat viele Vorteile. Es ist preiswert und umweltfreundlich. Die Betankung ist einfacher als man gemeinhin denkt, und die Wartung ist ebenfalls so problemlos wie bei einem Benziner oder Diesel. Einzig die geringe Tankstellendichte von nur 800 Stationen ist nicht befriedigend. Dieser Problematik kann man durch eine optimierte Routenplanung allerdings sehr gut begegnen, sodass die Flotte immer mit Erdgas betrieben werden kann.

 

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