Mobilfunk

Handykosten gering halten

Mobilität | 29.10.2009

Mobil telefonieren ist längst ein selbstverständlicher Bestandteil des modernen Geschäftslebens geworden. Unternehmen können erheblich Geld sparen, wenn sie beim Abschluss ihrer Mobilfunkverträge ein paar Grundlagen beachten.

Durch die zunehmende Nutzung der technischen Möglichkeiten in der mobilen Sprach- und Datenkommunikation steigen auch die Anforderungen mittelständischer Unternehmen immer weiter an. Diese stehen dabei vor der Schwierigkeit, neben der möglichst optimalen Kommunikationslösung für ihre individuellen Anforderungen auch noch den dafür günstigsten und am besten geeigneten Tarif zu finden. Da die Mobilfunkanbieter viele unterschiedliche Lösungen in einer Vielzahl von Kombinationen anbieten, ist es für Außenstehende nicht einfach, sich einen Überblick zu verschaffen. B4B MITTELSTAND hat einige Entscheidungshilfen zusammengestellt.

Verschiedene Tarifarten

Die gängigsten Tarifmodelle der Mobilfunkanbieter lassen sich in drei Hauptkategorien einordnen. Die klassischen Basistarife bestehen meist aus einer Grundgebühr und einem zeitbasierten Abrechnungstakt. Derartige Angebote verursachen normalerweise die geringsten Grundkosten und rechnen sich für Nutzer mit geringem Telefoniebedarf. Bei den sogenannten Minutenpaketen erwirbt man ein bestimmtes, in der Regel monatliches Zeitkontingent zu einem Pauschalpreis. Der Preis pro Minute ist dadurch zwar in der Regel sehr günstig, bedingt aber, dass gekaufte Minuten und tatsächliche Nutzung weitgehend übereinstimmen. Ansonsten lohnt sich diese Tarifvariante nicht, da ungenutzte Minuten verfallen und zusätzliche Gespräche sogar Extrakosten verursachen.

Für Vieltelefonierer rechnen sich meist Pauschaltarife (Flatrates). Diese sind in zwei grundsätzlichen Variationen verfügbar. Bei sogenannten Teil-Flatrates sind in der Gebühr beispielsweise Anrufe ins Festnetz oder zu Kunden eines bestimmten Mobilfunkanbieters enthalten, während andere Nutzungen Zusatzkosten verursachen. Voll-Flats sind die teuersten Tarifmodelle, bieten aber dafür die Möglichkeit, für einen Pauschalbetrag zu allen Festnetz- und Mobilfunknetzen in Deutschland zu telefonieren.

In den meisten Pauschaltarifen sind allerdings längst nicht alle möglichen oder gewünschten Dienstleistungen enthalten. Insbesondere der Versand von SMS-Nachrichten oder die mobile Datenübertragung können hohe Zusatzkosten verursachen und sollten daher bei Bedarf unbedingt in eine Tarifplanung einbezogen werden.

Alternative Prepaid

Wenn Mitarbeiter beispielsweise nur selten telefonieren, aber immer erreichbar sein müssen oder das Firmenhandy nur selten und unregelmäßig gebraucht wird, kann die Anschaffung ei-ner sogenannten Prepaid Lösung empfehlenswert sein. Dabei wird eine SIM-Karte (SIM: Subscriber Identity Module) vor der Nutzung mit einem Guthaben „aufgeladen“, das anschließend zum Telefonieren genutzt werden kann.

Diese Alternative zu den klassischen Tarifmodellen bietet für Geringtelefonierer erhebliche Vorteile: Es besteht keine feste Vertragsbindung und es werden in der Regel weder ein Mindestumsatz noch eine Grundgebühr verlangt. Auch das Aufladen des Kartenguthabens ist sehr einfach und kann mittlerweile auch automatisch per Kreditkarte oder Kontoabbuchung getätigt werden. Wird eine Prepaid Karte allerdings gar nicht benutzt, verfällt das Guthaben bei einigen Anbietern nach einem bestimmten Zeitraum und die Karte wird inaktiv. Ein weiterer möglicher Nachteil: Bei manchen Prepaid Angeboten sind keine Einzelgesprächsnachweise oder detaillierte Rechnungen verfügbar.

Privat- oder Businesstarif

Während für kleine Firmen mit geringem mobilem Kommunikationsbedarf durchaus auch ein herkömmlicher Privattarif ausreichend sein kann, lohnt sich für größere Firmen oder Unternehmen mit einem hohen Nutzungsaufkommen in der Regel die Wahl eines Businesstarifs. Neben den meist günstigeren Entgelten bieten diese oftmals noch zusätzliche Optionen wie kostenreduzierte oder -lose Telefonate zwischen einzelnen Mitarbeitern oder zwischen Außendienstlern und dem Firmenfestnetz. Einige Businesstarife sind allerdings nur ab einem bestimmten Mindestauftragsvolumen erhältlich, für andere kann ein Gewerbenachweis notwendig sein.

Rahmenverträge nutzen

Unternehmen mit hohem Mobilfunkbedarf können mit etwas Verhandlungsgeschick durchaus auch günstigere Tarife als die standardmäßig angebotenen erhalten. Ab einem gewissen Auftragsvolumen, in der Regel abhängig von der Zahl der erworbenen SIM-Karten, bieten die meisten Mobilfunkunternehmen ihren Geschäftskunden die Möglichkeit, einen sogenannten Rahmenvertrag abzuschließen. Dabei springt in der Regel neben einem Rabatt auf das Standardan-gebot oftmals auch noch die eine oder andere Zusatzvergünstigung heraus.

Bedarf abwägen

Viele Tarifangebote locken mit einem günstigen Mobiltelefon. Der Haken dabei ist, dass dieses natürlich nicht umsonst gestellt wird, sondern über eine Grundgebühr oder einen Mindestumsatz refinanziert wird. Es ist daher ratsam, sich vorher zu überlegen, ob wirklich das jeweils neueste Technologiewunder benötigt wird. Falls nicht, kann man einen Vertrag ohne Grundentgelt abschließen und sich entweder separat ein günstiges Handy erwerben oder einfach sein altes weiter benutzen.

Gleichzeitig ist zu überlegen, welche zusätzliche Nutzung neben dem mobilen Telefonieren eventuell noch benötigt wird. Die Standardtarife können bei vielen Anbietern durch zusätzliche Module wie etwa SMS-Nutzung, besonders günstige Telefonate innerhalb einer bestimmten Region oder mobile Datenübertragung ergänzt werden. Da auch hier die jeweiligen Kosten stark schwanken können, sollten auch die Gebühren für derartige Extraleistungen in Ruhe verglichen und in die Gesamtkalkulation einbezogen werden.

 

Links:

Übersicht zu Mobilfunk-Netzbetreibern und Providern:

www.teltarif.de/a/mobilfunk.html