Fuhrparkmanagement

Aus einer Hand

Mobilität | 04.10.2011

B4B Mittelstand, Fuhrparkmanagement: Alles aus einer Hand
Fuhrparkmanagement: Alles aus einer Hand

Mittelständische Unternehmen profitieren von Flottenmanagementservices der Autohersteller – auch bei kleinen Fuhrparks.

Ob Taxi- oder Reinigungsunternehmen, Fahrschule, ambulanter Pflegedienst, Montage- und Wartungsbetrieb oder Bäckereikette: In vielen Branchen unterhalten bereits kleine Unternehmen beachtliche Fahrzeugflotten. Da der jeweilige Fuhrpark meist zusätzlich zum eigentlichen Tagesgeschäft verwaltet und betreut werden muss, entsteht gerade in Betrieben mit wenig administrativ tätigem Personal schnell eine erhebliche zeitliche und organisatorische Belastung des eigentlichen Kerngeschäfts. Viele Autohersteller haben dies als Geschäftschance erkannt und bieten gewerblichen Kunden Unterstützung bei der Anschaffung und Verwaltung ihrer Firmenfahrzeuge an. Unternehmen können sich so mittels einer festen monatlichen Gebühr wertvolle Arbeitszeit zurückholen und gleichzeitig kostensicher planen und kalkulieren. Bevor gestresste Firmenchefs allerdings von den jeweiligen Angeboten profitieren können, sollten sie einige grundlegende Vorüberlegungen anstellen.

Grundsätzliche Weichenstellungen

Viele Flottenmanagementangebote der Hersteller sind in der Regel nur im Zusammenhang mit dem Kauf oder der Finanzierung neuer Fahrzeuge erhältlich. Sie sind umso günstiger, je mehr Autos eines Kunden betreut werden und je länger die Laufzeit der jeweiligen Vereinbarung ist. Für Unternehmen stellt sich daher zunächst die Frage, ob und in welcher Form sie sich langfristig an einzelne Hersteller binden wollen. Bevor mögliche Einsparpotenziale wirklich genutzt werden können, muss erst ein wenig Zeit in eine kleine Tour zu den Autohäusern der Umgebung investiert werden. Dies ist nötig, um in persönlichen Gesprächen maßgeschneiderte und miteinander vergleichbare Angebote für die spezifischen Unternehmensbedürfnisse zu erhalten.

Anschaffungskosten reduzieren

Wer bestimmte Fahrzeugtypen oder Umbauten benötigt, sollte sich bereits im Vorfeld über die Modellpalette oder die verfügbaren Sonderausstattungen der Hersteller informieren. Einige Autohersteller bieten beispielsweise keine Transportfahrzeuge oder Pritschenwagen an, während umgekehrt mittlerweile neben Mercedes-Benz und Volkswagen auch viele andere Hersteller wie Opel, Peugeot, Fiat oder Nissan ihre Fahrzeuge als Taxis oder Fahrschulfahrzeuge ausrüsten. Innerhalb größerer Automobilkonzerne gibt es oft nahezu baugleiche Fahrzeuge verschiedener Unternehmenstöchter und so eine einfache Möglichkeit, bei gleichem Flottenmanagement die Anschaffungskosten der Fahrzeuge zu reduzieren.

Full-Service-Pakete

Viele Hersteller bieten ihren Kunden umfassende Servicepakete zu fixen monatlichen Kosten an. Diese umfassen in der Regel alle vorgeschriebenen und empfohlenen Inspektionen und Wartungsarbeiten, Verschleißreparaturen bei sachgemäßem Gebrauch sowie Schmier- und Hilfsstoffe innerhalb der vorgeschriebenen Werkstattintervalle. Da sich die Hersteller nicht nur um die Instandhaltung und Wartung der Fahrzeuge, sondern auch um die dazugehörende Verwaltung und Abwicklung kümmern, sparen sich die gewerblichen Kunden den entsprechenden Aufwand. Dies ist insbesondere für kleinere Betriebe mit geringeren Mitarbeiterzahlen ein besonders wichtiger Aspekt. Ebenfalls lukrativ können die Finanzdienstleistungen vieler Hersteller sein. Bei Finanzierungen und Versicherungen bieten die jeweiligen Hausbanken oft besonders günstige Konditionen.

Zusatzmodule und Bonusleistungen

Neben den grundlegenden Servicepaketen können Unternehmen auch noch zusätzliche Dienstleistungen der Autohersteller nutzen. Im sogenannten Reifen- beziehungsweise Mobilitätsservice sind normalerweise neben den Kosten für die Pneus auch Montage, Auswuchten und saisonale Einlagerung enthalten. Durch Kooperationen mit bestimmten Mineralölkonzernenkönnen insbesondere größere Fahrzeughersteller ihren Kunden außerdem finanziell interessante Tank-Services anbieten – etwa günstigere Treibstoffpreise, bargeldlose Zahlung inklusive Abrechnung und Buchhaltung sowie eine Verbrauchsauswertung für die einzelnen Fahrer und Fahrzeuge der Flotte.

Verschiedene Flottenmanagementlösungen

Viele Autobauer halten für gewerbliche Kunden über die verschiedenen Flottenmanagementlösungen hinaus noch weitere Bonusleistungen bereit. So erhalten Geschäftskunden bei Seat zusätzliche modellabhängige Preisnachlässe zwischen 500 und 1.250 Euro. Renault bietet Unternehmen ab einer Fuhrparkgröße von zehn Fahrzeugen ein kostenfreies Reporting an. Dieses analysiert beispielsweise die Fuhrparkstruktur, zeigt Kilometer- und Kostenausreißer an, wertet den Kraftstoffverbrauch der Fahrzeuge aus und meldet auslaufende Verträge.

Details entscheiden

Auch Betriebe mit kleineren Fuhrparks profitieren in der Regel bereits von Flottenmanagementlösungen – sofern die Flotte aus nahezu baugleichen Fahrzeugen besteht oder vom selben Hersteller stammt. Da die grundlegenden Paketlösungen der verschiedenen Automobilkonzerne nahezu identisch sind, sollten sich Interessenten Zeit für die Betrachtung der Details nehmen, da diese kleinen Unterschiede je nach Auftragsvolumen erhebliche finanzielle Auswirkungen haben können. So sollte beispielsweise geklärt werden, ob die Kosten für die Hauptuntersuchung oder ein Ersatzfahrzeug für den Zeitraum von Wartungs- und Reparaturarbeiten bereits im Grundpreis enthalten sind oder nicht. Ebenfalls wichtig: Die finanziellen Eckdaten eines Angebots verändern sich meist abhängig von den gefahrenen Kilometern oder der Nutzungsdauer.

„KMUs mit kleineren Flotten profitieren in der Regel am meisten, wenn sie ihre Fahrzeuge aus einer Hand beziehen.“ Marcus Hoffmann, Leiter Flotten, SEAT Deutschland GmbH.

Fazit

  • Externes Flottenmanagement spart Zeit.
  • Zusatz-Service-Module steigern den Nutzen.
  • Manche Hersteller bieten erweiterte Bonusleistungen.
  • Es lohnt sich, die Detailunterschiede der Angebote zu beachten.

 

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