
IT ist zum Mitgestalter der Verflechtung von Arbeits- und Freizeitwelt geworden. Damit wird auch das Business der kleinen Unternehmen nie wieder so sein, wie es noch vor Kurzem war.
In wachsendem Maß ist IT nicht mehr nur Unterstützung für das Business, sondern selbst zum Business geworden. Ganze Branchen verdanken ihre Existenz oder ihr Überleben der IT, insbesondere dem Internet. Das Web mit seiner Fülle von neuen Geschäftsmodellen sichert bereits Millionen von Selbstständigen ein Auskommen.
Mit dem Turboantrieb Internet hat die IT sämtliche Lebensbereiche untereinander vernetzt. Das hat zur Folge, dass Veränderungen auf einem Sektor des privaten und gesellschaftlichen Lebens schnell Auswirkungen auf alle anderen haben. So sorgen etwa mobile IT-Systeme wie Notebooks und internetfähige Telekommunikationsgeräte für eine Vermischung der bislang getrennten Phasen von Arbeit und Freizeit: Auch in mittelständischen Betrieben laufen inzwischen viele Geschäftsprozesse rund um die Uhr, zahlreiche Mitarbeiter sind auch nach Feierabend erreichbar oder arbeiten zu Hause. So beeinflusst der Beruf die Freizeitgestaltung, und die Freizeiteinteilung wirkt zurück auf die Gestaltung der Arbeitsprozesse und der IT-Ausstattung der Betriebe.
Auszeit war früher
Bei vielen Mittelständlern (etwa denen des produzierenden Gewerbes) laufen Prozesse schon heute rund um die Uhr, wobei IT-Systeme die Qualität sichern. Alle wichtigen Anbieter von Hard- und Software bieten daher Lösungen an, die diese weitgehend automatisierten Prozesse ermöglichen und optimieren.
Basis dieser schönen, neuen, unterbrechungsfreien Businesswelt ist eine flexible, sichere und kostengünstige Umgebung aus Rechnern, Speichersystemen und Netzwerkkomponenten. Virtualisierung und Konsolidierung sind hier die Hauptkonzepte. Sie erlauben eine optimale Nutzung der vorhandenen Ressourcen, etwa indem ein Server Software-gestützt seine Kapazität in Segmente („virtuelle Server“) untergliedert, die dem System wie eigenständige externe Rechner erscheinen. Die jeweilige Rechenlast kann daher bedarfsgerecht verschiedenen Anwendungen zugeteilt werden, wo vorher der Server einer einzigen Anwendung zur Verfügung stand, auch wenn diese gar nicht genutzt wurde. Für die Virtualisierung der Desktoprechner und Speichersysteme liegen inzwischen vergleichbare Lösungen vor. Auch bei kleinen Installationen lohnen sich solche Konzepte bereits, wie verschiedene Studien belegen.
Web 2.0 erreicht die Unternehmen
Das Web 2.0 der „Welt da draußen“ verlangt auch die Wandlung der Geschäftsprozesse in Richtung auf Strukturen, die das „neue Internet“ integrieren – spätestens dann, wenn Mitarbeiter die Funktionen zu Hause nutzen und sie dann auch für die Arbeit einfordern. Dabei geht es um die effizientere Zusammenarbeit von Mitarbeitern, Kunden und Geschäftspartnern mit umfassenden Möglichkeiten zum Dialog und zur offenen Diskussion.
Offenheit, auf interne und externe Kreativität und Zusammenarbeit setzende Strukturen bilden den Kern dieser fundamentalen Verschiebung des Nutzungsverhaltens des Internets hin zu einer interaktiven Kommunikationsmaschine. Auf der technischen Seite wird dies durch die Integration der inzwischen ständig wachsenden Vielfalt von Web 2.0-Technologien gestützt. Insbesondere zählen Blogs, Wikis, Social Bookmarking und Tagging zu den Produktivität steigernden Funktionalitäten, die immer mehr Betriebe in ihre Geschäftsprozesse einflechten.
Während die Kunden in diesem sozialen Netz Produkte und Dienstleistungen bewerten und Verbesserungsvorschläge mitteilen können, haben die Unternehmen die Möglichkeit, in intensivem Austausch neue oder verbesserte Produkte und Services zu entwickeln und zu vermarkten. Der Spielraum für Kreativität und Innovation, aber auch der Konkurrenzdruck – der Mitbewerber ist nur einen Mausklick entfernt – wachsen dadurch enorm.
Dass sich der Einstieg in das revolutionäre Konzept lohnt, zeigt eine Studie der britischen Analystengruppe Economist Intelligence Unit (EIU), nach der Unternehmen, die Web 2.0-Technologien in ihre Prozesse integrieren, bis zu dreimal profitabler arbeiten als ihre Mitbewerber aus der Welt des traditionellen Business. Auch kleine Betriebe werden daher künftig verstärkt den Weg zum „Enterprise 2.0“ einschlagen.
Expertenmeinungen:
„Ein Mittelständler möchte vor allem eins: störungsfrei arbeiten, mit einer IT, die ihn nicht von seinen Kernaufgaben ablenkt.“ Mehr...
Alexander Lodenkemper,
Regional Sales Manager Germany bei Kaseya
„Mehr als ein Drittel der Arbeitszeit ist heute per se unproduktiv.“
Rolf Buchholz,
Geschäftsführer der KEY VALUES GmbH, Hamburg
„Einen Wettbewerbsvorteil ausspielen, bedeutet immer häufiger: auf veränderte Marktbedingungen schneller als andere eingehen können.“ Mehr...
Johannes Horneck,
Product Manager Virtualisierung, HP
GLOSSAR
Blog, kurz für Weblog:
ein im Internet aufrufbares Tagebuch mit chronologisch geordneten Einträgen, Kommentaren und Notizen, die von den Lesern kommentiert werden können. Blogs dienen dem schnellen Austausch bzw. der schnellen Verbreitung von Informationen.
Social Bookmarking:
das öffentliche Verwalten von Internetlesezeichen, die es erlauben, eine Nutzergruppe gemeinsam interessierende Links und Dateien schnell aufzufinden und aufzurufen.
Tagging:
das Zuordnen von Schlüsselbegriffen zu Inhalten oder Namen, um sie entsprechend zu gruppieren (Beispiel: Der Begriff Kreditklemme versammelt alle Dokumente oder Dateien zu diesem Thema unter einem Dach.)
Wiki:
im Internet publizierte Informationsseiten, die von den Lesern online verändert werden können. Bekanntestes Beispiel: das Internetlexikon
Wikipedia.
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