IT | 23.06.2009
Der Effizienzgewinn durch mobiles Arbeiten führt dazu, dass immer mehr Betriebe die Desktop-PCs durch Notebooks ersetzen.
Mit großem Online-Special.
Das Zeitalter der großen schwarzen Kästen in Wohnzimmern und Büros scheint sich dem Ende zuzuneigen. Das Analystenhaus Gartner sagt für 2009 einen Rückgang der PC-Verkäufe von 11,9 Prozent voraus. Im Jahr 2008 wurden erstmals mehr Notebooks als Desktop PCs abgesetzt. Diese Entwicklung deutete sich bereits seit Jahren an – das Notebook ist auf dem Vormarsch.
Auch wenn zur Zeit fast jeder über Netbooks spricht – der Netbook-Anteil am Markt für mobile PCs lag 2008 weltweit nur bei acht Prozent. Es sind insbesondere die Notebook-Absatzzahlen, die der PC-Industrie zusetzen. Laut dem deutschen Branchenverband BITKOM sind bereits 62 Prozent aller zur Zeit verkauften Computer in Deutschland Notebooks. Das Verhältnis von verkauften Geräten Notebooks versus stationäre PCs hat sich somit in den letzten drei Jahren umgekehrt.
Die Gründe hierfür sind vielfältig. Entscheidend ist jedoch, dass das Notebook mittlerweile in keinem Aspekt mehr hinter dem stationären Computer zurückstehen muss. „Grund für den Erfolg der mobilen Geräte sind neben steigender Leistung stark sinkende Preise“, erklärt BITKOM-Präsident Prof. August-Wilhelm Scheer. „Außerdem bieten mobile Geräte im beruflichen und privaten Einsatz mehr Flexibilität.“
Leistung wie die Dicken
Viele mittelständische Unternehmen haben bisher vor allem Mitarbeiter, die viel auf Reisen sind, mit Notebooks ausgestattet. Dank der angepassten Preise gehen sie inzwischen zunehmend dazu über, auch Beschäftigte mit Arbeitsschwerpunkt im Büro mit einem Laptop auszurüsten – zu Kosten, die in etwa einem stationären PC plus Monitor entsprechen. Die Vorteile sind längst ein alter Hut: Der Mitarbeiter ist nicht an seinen Arbeitsplatz gebunden und kann das Notebook auch zu internen Besprechungen mitnehmen. Zudem können Kollegen für ein Paar Tage den Platz tauschen – etwa für temporäre Projekte.
Gerrit Povel, bei Samsung in Deutschland für das B2B Geschäft verantwortlich, bestätigt den Trend: „Das größte Wachstumspotential sehen wir derzeit bei den Unternehmenskunden. Die Ansprüche dort unterscheiden sich nur geringfügig von den Anforderungen der Privatkunden. Zentrale Aspekte bei der Auswahl sind neben Service- und Garantieleistungen die Batterielaufzeit, Größe und Gewicht sowie das Preis-/ Leistungsverhältnis - aber inzwischen auch das Design.“
„Notebooks bieten inzwischen die gleiche Leistungsfähigkeit wie ein Arbeitsplatzrechner.“, erklärt Holger Schmidt, Director Marketing und Pressesprecher bei ASUS. Und: „Für leistungsintensive Anwendungen und längeres Arbeiten sind Notebooks Standard.“, ergänzt Alexandra Böckelmann, PR Managerin bei Acer und grenzt die Geräte damit gegen die Konkurrenz der kleineren Netbooks ab.
UMTS-Notebooks mit Flarate?
Unternehmen, die ihren Mitarbeitern das Arbeiten mit dem Notebook auch von unterwegs ermöglichen wollen, können die Geräte bei ihren Telekommunikationspartnern im Nachhinein mit UMTS-Sticks, oder, falls vorgesehen, mit eigenen SIM-Karten ausstatten, dafür gibt es derzeit bereits vielfältige Angebote. Das durch einen Mobilfunkvertrag subventionierte Notebook, wie wir es vom Mobiltelefon her kennen, hat sich allerdings noch nicht wirklich durchgesetzt. Auch hier scheint das Endkundengeschäft eine Vorreiterrolle einzunehmen.
Alle Telekommunikationsanbieter in Deutschland sind mittlerweile mit eigenen Angeboten im Markt, allerdings mit starkem Fokus auf Netbooks. Die aber kommen nur sehr eingeschränkt für den Einsatz in Firmen in Frage. Ob hier eine Ausweitung auf Business Produkte stattfinden wird, bleibt abzuwarten. Das Netbook ist nur bedingt für den Einsatz im täglichen Arbeitsalltag geeignet.
Technisch sind Notebooks natürlich immer noch nicht ausgereizt, schnellere Prozessoren, mehr Speicherkapazität und längere Batterielaufzeiten werden die Entwicklung in den nächsten Jahren bestimmen. Allerdings kann ein moderner Laptop schon heute allen Ansprüchen des beruflichen Alltags gerecht werden und steht dort in nichts dem stationären Computer nach.
Schlank und scharf: LED-Bildschirme
Die mit dem Flachbildfernseher eingeführte LED-Technologie findet sich mittlerweile auch in Laptops. Sie unterstützt sehr dünne, rahmenlose Bildschirme, was die Geräte nochmals schlanker und leichter macht. Ein weiterer Vorteil von LED ist der geringe Energieverbrauch. So verlängern sich die Akkulaufzeiten entscheidend und es kann mehr Leistung in den Prozessor gesteckt werden.
Die ständige Weiterentwicklung ist aber auch ein Indikator dafür, dass die Differenzierung im Markt mittelfristig weiter vorwiegend über die Technologie stattfinden wird. Ein Rückgang der Preise ist nicht zu erwarten, allerdings kann man heute ein 15 Zoll-Standardnotebook für den professionellen Einsatz mit Software und entsprechenden Garantie- und Serviceleistungen bereits ab 600 Euro erwerben.
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