Finanzen | 19.10.2011
Nur die Hälfte der deutschen Verbraucher reizt es, mit dem Handy zu bezahlen. Zu diesem Ergebnis kommt das Marktforschungs-Unternehmen GfK.
In einer aktuellen Studie gaben viele Bürger an, nicht an Mobile Payment interessiert zu sein. Die Vielzahl der traditionellen Bezahlsysteme lasse das Interesse hierzulande niedriger ausfallen als in China. EC- und Kreditkarte haben sich für die Deutschen bewährt. In China begeistern sich dahingegen rund 82 Prozent der Verbraucher für das Thema Mobile Payment. Nicht zuletzt weil flächendeckende Zahlungssysteme in China weit weniger etabliert sind.
Mobile Payment? Nein, Danke!
Männer haben laut GfK-Studie ein größeres Interesse an Mobile Payment als Frauen. Auch das Alter spielt bei dem Thema Bezahlen mit dem Handy eine Rolle. 75 Prozent der Befragten zwischen 16 und 24 Jahren hielten das mobile Bezahlverfahren für reizvoll. Bei Personen zwischen 25 und 54 Jahren liegt der Wert nur noch bei rund 58 Prozent. Ab einem Alter von 55 Jahren ließe das Interesse an Mobile Payment rapide nach.
Baldiger Durchbruch für das Mobile Payment?
Experten prophezeiten in der Vergangenheit immer wieder den baldigen Durchbruch von Mobile Payment. So genannte Near-Field-Communication-Chips (NFC) im Handy senden dabei Geldbeträge an die Kasse. Doch in den meisten Ländern scheitert die Technologie. Es mangelt an der Zusammenarbeit von Netzbetreibern, Finanzinstituten und Mobiltelefon-Herstellern.
Scheitert Mobile Payment beim Nutzer?
In den westlichen Märkten folgten weder Wertschöpfungsnetze, noch Verfahrensentwicklung einem ganzheitlichen Ansatz. Das kritisiert Key Pousttchi, Leiter der Forschungsgruppe wi-mobile der Universität Augsburg, in einem Bericht des Magazins e-commerce. Auch die Komplexität des Mobile Payment-Problems werde massiv unterschätzt. „Mobile Bezahlverfahren müssen bis in Detail durchdacht sein. Andernfalls scheitern sie beim Nutzer – egal wie fortschrittlich die Technologie ist“.
Bezahlung mit Smartphone statt mit EC-Karte?
„Eine enge Zusammenarbeit der verschiedenen Akteure verspricht für die Zukunft von Mobile Payment die größten Erfolgsaussichten.“ Da ist sich Tudor Andronic, Director Global Retail Solutions bei Bizerba, sicher. Das Unternehmen, bekannt für den Bau von Waagen, hat zusammen mit Valuephone eine Mobile-Payment Lösung entwickelt. „Anstatt wie gewohnt mit der EC-Karte, kann der Kunde mit dem Smartphone per Online-Lastschriftverfahren bezahlen“.
Universelle Mobile Payment Lösung
Die weltweite Mobilfunker-Vereinigung GSM Association unterstützt das kontaktlose Bezahlen per Handy und NFC. Sie hat im Jahr 2007 die Initiative Pay-Buy-Mobile gestartet. Ziel sei es, eine universelle Lösung zu finden, mit der Kunden überall auf der Welt nach demselben Prinzip bezahlen können. 35 Mobilnetz-Betreiber mit rund 1,3 Milliarden Kunden nehmen an dem Testverfahren teil.
Mobile Payment von Telekom, Vodafone und O2
Das mobile Bezahlsystem von Telekom, Vodafone und O2 heißt mpass. Der Nutzer braucht lediglich Handynummer und Bankkonto und kann dann im Internet bezahlen. Ganz einfach mit der Mobilfunknummer und einer selbstgewählten PIN. Kunden müssen den Kaufvorgang noch mit einer SMS bestätigen. „Seit vielen Jahren haben wir mit der Abrechnung über die Telefonrechnung bereits ein interoperables Bezahlprodukt über alle Netze. Dieses findet nun seine Fortsetzung in den gemeinsamen mpass-Aktivitäten. Der Handel fragt nach standardisierten Lösungen, denen wir mit mpass gerecht werden“, sagt Peter Walz, Mitglied der Geschäftsleitung Vodafone Deutschland, im Gespräch mit Cluster IKT.NRW. Das Verfahren eignet sich allerdings nur für den Versandhandel und den e-Commerce, nicht für den stationären Handel.
Mehr zu mpass finden Sie hier.

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