Gesamtjahresstudien 2009

Insolvenzen auf dem Vormarsch

Finanzen | 26.05.2010

Insolvenzen auf dem Vormarsch
Insolvenzen auf dem Vormarsch

2009 stieg die Zahl der Firmenpleiten um elf Prozent, die der privaten Offenbarungseide um knapp neun Prozent. Auch für 2010 erwartet die Wirtschaftsauskunftei Bürgel bei den Insolvenzzahlen ein hohes Niveau.

Im vergangenen Jahr hat die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland wieder zugenommen. 2009 erklärten 33.762 Firmen ihre Zahlungsunfähigkeit – elf Prozent mehr als noch im Vorjahr. Damit hat sich die Prognose der Wirtschaftsauskunftei Bürgel bestätigt.

Sie hatte bereits Anfang 2009 die 34.000 Pleiten für das vergangene Jahr vorausgesagt. Auch für 2010 rechnen die Hamburger mit einem weiteren Anstieg auf bis zu 40.000 Fälle. Bereits im Januar dieses Jahres lag die Zahl der Firmenpleiten mit 2.539 Fällen um knapp fünf Prozent über dem Niveau des Vergleichsmonats 2009. Im Februar 2010 wuchs die Fallzahl im Jahresvergleich um einen Punkt auf 2.602 Insolvenzen. Hauptursachen für diesen Anstieg sieht Bürgel-Geschäftsführer Dr. Norbert Sellin nach wie vor in den volkswirtschaftlichen Rahmenbedingungen und in der fehlenden Liquidität durch rückläufige Auftragseingänge und restriktive Kreditvergaben begründet.

Auch bei den privaten Offenbarungseiden meldeten im vergangenen Jahr 130.698 Bundesbürger Privatinsolvenz an. Das entspricht einem Anstieg um 8,65 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Laut Bürgel sind vor allem jüngere Menschen von Pleitewelle und Armut bedroht.

Im vierten Quartal 2009 kam es zu 33.834 Verbraucherinsolvenzen; das sind 4,28 Prozent weniger als noch im Vorquartal. Im Januar 2010 fiel die Pleitewelle gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres noch moderat aus und sank um knapp 0,5 Prozent auf 10.002 Fälle. Im Februar 2001 kletterten die Zahlen gegenüber dem Referenzmonat jedoch um ein Prozent auf 10.828 Offenbarungseide. „Unter dem Strich sind die Aussichten für 2010 weiter negativ“, resümiert Sellin. Allein bei den Privatpleiten seien in diesem Jahr mehr als 137.000 Fälle möglich. Diese Entwicklung drohe sogar das Krisenjahr 2007 zu überflügeln.

Die ausführlichen Bürgel Studien „Firmeninsolvenzen 2009“ und „Schuldenbarometer 2009“ finden Sie auf der Internetseite www.buergel.de zum Download.

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