Finanzierungs Möglichkeiten

Anders, aber doch das Gleiche

Finanzen | 22.02.2010


Viele mittelständische Unternehmer würden gerne investieren, doch die Banken halten sich immer noch mit Krediten zurück. Die Suche nach Alternativen beginnt aufs Neue.

Es gibt Déjà-vus, auf die kann man getrost verzichten. Das Mantra „die Unternehmensfinanzierung befindet sich im Wandel“ ist so eines. Seit Jahren schon wird formelhaft proklamiert, dass sich die mittelständischen Unternehmen von der einseitigen Versorgung mit Krediten und Liquidität über die Banken frei machen müssen. Jetzt ist diese Weisheit wieder aktuell. Denn die Kreditklemme zwingt Unternehmen, sich nach neuen Finanzierungsquellen umzusehen.

Gangart der Banken wird härter

Vor allem kleinere und mittlere Betriebe werden es in diesem Jahr weiter schwer haben, an langfristige Bankkredite für ihre Investitionsvorhaben zu kommen. Das stellte zumindest die KfW Bankengruppe aktuell in einer Umfrage unter Wirtschaftsverbänden fest. Sicher ist aber auch, eine flächendeckende Kreditklemme, die alle Unternehmen betrifft, gibt es nicht. Dennoch sind viele Firmen gezwungen, ihre Finanzierungsgewohnheiten zu verändern. Denn die Anforderungen an die zu erbringenden Sicherheiten und die Zinsen sind enorm gestiegen.

Welche neuen Geldquellen müssen also her? Der Ackermann‘sche Mittelstandsfonds ist sicherlich nicht die Lösung aller Probleme. Grundsätzlich sind solche Mezzanine- Finanzierungen eine gute Alternative zum Bankkredit. Zumal das Geld von den Banken als Eigenkapital angesehen wird und damit das Rating und den Zugang zu neuen Krediten verbessert. Über den Mittelstandsfonds sollen Unternehmen Mezzanine-Kapital in Form von Genussrechten bekommen. Das Problem der Konditionen bleibt das gleiche. Die Zinssätze liegen mit etwas über zehn Prozent in Regionen, für die Mittelständler derzeit ohnehin Mezzanine-Finanzierungen bei den Gewww. buergel.de Mehr fi nanzielle Transparenz und Sicherheit für Ihr Unternehmen! Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten ist die eigene Liquidität entscheidend für den Erfolg Ihres Unternehmens. Die BÜRGEL Bonitätsauskünfte helfen Ihnen, die Kreditwürdigkeit Ihrer Geschäftspartner und das Zahlungsausfallrisiko besser einschätzen zu können. Informieren Sie sich noch heute online und treten auf Wunsch gleich mit einem Ansprechpartner in Ihrer Nähe in Kontakt! Zahlt dieser Mann pünktlich seine Rechnungen? Wir sagen es Ihnen! nossenschaftsbanken oder in der Sparkassen- Gruppe bekommen. Auch werden die 300 Millionen Euro, mit denen die Deutsche Bank den Fonds bestückt hat, bei Weitem nicht ausreichen, das Finanzierungsproblem im Mittelstand zu lösen. Ackermann hatte einen 500 Millionen Euro schweren Fonds versprochen. Andere Geldgeber halten sich jedoch zurück.

Alternativen suchen, prügen und nutzen

Eine weitere alternative Finanzierungsquelle ist bei den Unternehmen ebenfalls bekannt, wird aber kaum in Anspruch genommen. Viele unterschätzen die Sonderprogramme für mittelständische Unternehmen der staatlichen Förderbank KfW. Ein Fehler. Denn die KfW hat ihre Konditionen für das Sonderprogramm zum 1. Februar 2010 nochmals verbessert. Bei den Investitionskrediten wurden die Zinsen gesenkt, die Zinsbindungsfristen und die Kreditlaufzeiten verlängert. Die Kredite für Betriebsmittel sind ebenfalls flexibler geworden. Hier wurden weitere Wahlmöglichkeiten bei der Kreditlaufzeit, der Zinsbindungsfrist sowie ein außerplanmäßiges Tilgungsrecht ohne Vorfälligkeitsentschädigung eingeführt.

Vom Wandel in der Unternehmensfinanzierung wollen regelmäßig auch die Leasingfirmen profitieren. Grundsätzlich ist dieser Finanzierungskauf bei Investitionsgütern eine gute Idee. Er belastet nicht das Eigenkapital, dafür aber die Liquidität. Und das nicht zu knapp. Denn mit zunehmenden Zahlungsausfällen bei den Unternehmen haben sich auch für die Leasingfirmen die Risikokosten deutlich erhöht – und damit die Kosten für die Leasingnehmer. So kommt auch hier längst nicht mehr jede Firma zum Zug. Reinhard Gödel, Vorstandsvorsitzender der VR Leasing, stellte kürzlich klar: „Weil 2010 in einigen Branchen weiterhin große Insolvenz- und Ausfallrisiken drohen, tätigen wir Neugeschäfte nicht um jeden Preis.“ Man achte jetzt noch mehr auf die Bonitäten.

Selbst ist der Mann!

Trotz aller Veränderung scheint alles beim Alten zu bleiben. Auch was die Finanzierung anbelangt. So besinnen sich viele Unternehmer auf das, was sie schon immer gemacht haben. Der eigene Geldbeutel ist noch die einfachste Finanzierungsquelle. Eine Untersuchung der Stiftung Familienunternehmen aus dem vergangenen Jahr zeigte, dass sich diese Firmen zur Bewältigung der Krise auf ihre bewährten Stärken stützen: hohe Eigenfinanzierungskraft, große Bereitschaft der Belegschaft, sich mit eigenen Opfern an der Bewältigung der Krise zu beteiligen, Intensivierung der Kunden- und Lieferantenbeziehungen, Rückendeckung durch die Familie und den Gesellschafterkreis. Letztere stehen oft als zuverlässige Kapitalgeber zur Verfügung. Gesellschafterdarlehen stehen bei diesen Unternehmen nach dem Bankkredit an zweiter Stelle der Finanzierungslösungen.

„Die zentrale Herausforderung für dieses Jahr ist die Sicherstellung der Unternehmensfinanzierung, denn eine unzureichende Kreditversorgung wäre eine erhebliche Belastung für den Fortgang der im Jahr 2010 ohnehin fragilen wirtschaftlichen Erholung.“
Dr. Norbert Irsch, Chefvolkswirt der KfW Bankengruppe

Online-Tipps:




zurück drucken versenden verlinken

Mehr zum Thema

Aktuelle Heftausgabe

B4B MITTELSTAND Dezember 2011

B4B MITTELSTAND bedient den aktuellen Informationsbedarf des Mittelstands. Die Beiträge vermitteln einen Überblick über das jeweilige Thema und zeigen dessen praktischen Nutzen auf.

Online Tipps

B4B Mittelstand Dezember 2011 - Generationswechsel: Eine Sache des Vertrauens

Hier finden Sie alle Onlinetipps der Dezember-Ausgabe:

Generationswechsel: Eine Sache des Vertrauens

Regionalnachrichten

Klicken Sie auf die Wirtschaftsnachrichten Ihrer Region:

Anzeige

Aktuelles Video

Die Industrie hat Normen und Vorgaben für die Energiewende in Deutschland entwickelt, nun beginnt die praktische Umsetzung.