Das aktuelle Interview | 20.04.2011

Achim Theis_Vorstand ecotel communication ag
Achim Theis, Vorstand Marketing und Vertrieb der ecotel communication ag, beantwortet im Exklusivinterview mit B4B MITTELSTAND Fragen zur Entwicklung der Telekommunikationstechnologie im Mittelstand. Zum Videointerview
B4B MITTELSTAND: Herr Theis, ecotel communication ist inzwischen mit einem sehr eigenständigen, auf Geschäftskunden spezialisierten Konzept zu einer festen Marktgröße geworden. Was ist denn das Besondere am ecotel-Portfolio?
Wir sind ein netzunabhängiger Anbieter und setzen besonders auf einen hohen Flexibilisierungsgrad. Im Fokus unserer Strategie standen von Anfang an die Analyse und Erfüllung der Anforderungen unserer Kunden. Das zeigt sich beispielsweise in direkt auf die Zielgruppe zugeschnittenen Produkten und Tarifen, die einen hohen Synergieeffekt erzielen, wie zum Beispiel die neue AllesDrinFlat. Darüber hinaus steht für uns die exklusive Kundenbetreuung für Geschäftskunden mit Premium-Service und verkürzten Entstörzeiten im Vordergrund. Unsere Stärke sind attraktive Produkte und Tarife von höchster Qualität.
Mittlerweile bietet ecotel als Vollsortimenter sämtliche Dienste in den Bereichen Festnetz, Internet, VPN (Virtual Private Network) und Mobilfunk an, und zwar für mehr als 30.000 B2B-Kunden
B4B MITTELSTAND: Welche Leistungen kommen bei den Kunden derzeit am besten an, was sind die Renner?
Die Nachfrage nach unseren kombinierten Festnetz- und Mobilfunkangeboten nimmt aktuell deutlich zu, insbesondere bei Unternehmen mit bis zu 50 Mitarbeitern. Die Attraktivität unseres Angebots ist hier ja auch nicht mehr zu toppen: Kommunikation innerhalb der gesamten Unternehmensgruppe einschließlich mobil angebundener Mitarbeiter für 0 Cent.
Darüber hinaus beobachten wir eine zunehmende Nachfrage nach unseren Ethernet-Produkten für die Anbindung ans Internet oder zur Vernetzung von Unternehmensstandorten. Durch den aktuellen Technologiewechsel von der klassischen Standleitung zu der neuen Ethernet-Technologie erhalten die Kunden von ecotel in der Regel wesentlich mehr Bandbreite zu geringeren Preisen als bisher. Hinzu kommt noch, dass wir dieses Produkt an jedem Standort anbinden können, also auch dort, wo bislang kein DSL verfügbar ist. Die Bandbreiten reichen dabei von 10 Mbit/s bis 10 Gbit/s.
B4B MITTELSTAND: Gibt es spezielle Lösungen für bestimmte Branchen?
Die gibt es. Mit unserer neuen ecotel AllesDrinFlat adressieren wir aktuell Handwerker und kleinere Gewerbetreibende mit bis zu 10 Mitarbeitern. Hierbei handelt es sich um ein Rundum-Sorglos-Paket aus ISDN-, ADSL- Anschluss und SIM-Karte inklusive sämtlicher nationalen Verbindungen in alle Netze (mit Ausnahme von Servicerufnummern) und Datenflatrate vom Handy für lediglich 99,90 Euro netto pro Monat. Gegenüber Einzellösungen im Markt spart der Kunde schnell 30 Prozent und mehr. Auf Wunsch kann das Paket jederzeit flexibel um weitere Anschlüsse, SIM-Karten und Optionen für höhere Datengeschwindigkeiten ergänzt werden.
B4B MITTELSTAND: Die Dienste zu Internet, Festnetz und Mobilkommunikation laufen gerade in mittelständischen Unternehmen häufig immer noch nebeneinander her. Fördern Sie gezielt die Konvergenz, also das Zusammenführen dieser Technologien in eine ganzheitliche Lösung?
Das tun wir gewissermaßen automatisch. Die Vorteile der neuen ITK-Dienste und Services werden sukzessive selbst dafür sorgen, dass sich die Unternehmen mit Konvergenzlösungen auseinandersetzen. Sobald es um Themen wie beispielsweise die virtuelle Telefonanlage aus dem Netz oder Cloud Computing (im Sinn von Software as a Service) geht, sitzt zukünftig der Einkaufsleiter gemeinsam mit dem IT-Leiter am Verhandlungstisch.
B4B MITTELSTAND: Wenn Sie ihre Erfahrungen mit den Kundenunternehmen abwägen: Nutzt der Mittelstand bereits weitgehend die Vorteile moderner Kommunikationstechnologien?
Die extreme Dynamik in unserem Markt macht es dem mittelständischen Unternehmer nicht gerade leicht, sich schnell über die für ihn am besten geeigneten Lösungen zu informieren, denn er hat ja auch noch etwas anderes, man muss wohl sagen: Besseres zu tun, nämlich sein Kerngeschäft voran zu treiben. Im Hinblick auf das „mobile Internet“ fungiert beispielsweise Apple mit den IPhones und IPads als treibende Kraft dafür, dass mittlerweile jeder zweite Mobilfunkvertrag mit einem Smartphone abgeschlossen wird. Ansonsten stellen wir fest, dass die mittelständischen Unternehmen auch gern durch Beratungsgespräche zu den neuen Themen „abgeholt“ werden wollen.
B4B MITTELSTAND: Wo besteht denn Ihrer Ansicht nach der größte Nachholbedarf auf dem Sektor TK bei den kleinen Unternehmen?
Ganz allgemein gesprochen: im Bereich der Sicherheit. Gerade kleinere Unternehmen haben ihre Daten oftmals nicht hinreichend abgesichert. Ich kenne nur sehr wenige Unternehmen, die ihre Unternehmensdaten selbst professionell und kontinuierlich per Backup sichern. Hier lassen sich zum Beispiel über Remote-Back-Up-Lösungen professionelle Sicherheitslücken schließen und auch Haftungsfragen zufriedenstellend lösen. ecotel wird hierzu kurzfristig interessante modulare Lösungen anbieten.
B4B MITTELSTAND: Wenn ein Betrieb seine TK-Dienste hinsichtlich Stand der Technik und Kosten optimieren möchte, wie sollte er vorgehen, welche Gesichtspunkte sind aus Ihrer Sicht zu beachten?
Wie schon gesagt, findet sich der klassische Mittelständer im aktuellen Produkt- und Tarifdschungel nur schwer allein zurecht. Im Markt agieren unabhängige Berater und Systemhäuser, die Anbieter-übergreifend individuelle Lösungen erarbeiten und sich auf den Mittelstand spezialisiert haben. Auch ecotel arbeitet mit insgesamt 500 unabhängigen Beratungsgesellschaften und Systemhäusern sehr eng zusammen. In dieser Konstellation ergeben sich häufig für alle Seiten „Win-Win-Situationen“, von denen also jeder Beteiligte profitiert.
B4B MITTELSTAND: Welche Trends sehen Sie derzeit auf dem heiß umkämpften Markt der TK-Anbieter im Geschäftskundenmarkt?
Während der Gesamtmarkt von Telekommunikationsdiensten weiterhin leicht zurückgeht, gibt es dennoch interessante Wachstumsfelder, die den Markt florieren lassen. Hierzu zählen beispielsweise das mobile Internet sowie das Thema „Cloud Computing“, das auf der diesjährigen CeBIT das Thema Nummer 1 war. Hier sollen zukünftig Dienste virtuell über eine gesicherte Anbindung über das Internet beziehungsweise private Netze bereitgestellt werden, wie etwa virtuelle Telefonanlagen, Software, Infrastruktur as a Service etc.
B4B MITTELSTAND: Wie glauben Sie werden kleine Unternehmen in zehn Jahren ihre Kommunikation abwickeln, wie sieht die typische Infrastruktur dann aus?
In zehn Jahren werden aus meiner Sicht viele Unternehmen eben genau diese Cloud Services nach aktuellem Bedarf (also on demand) nutzen wollen, um so weit wie möglich auf eigene Infrastruktur, eigene Administration und dadurch bedingte Fix-Kosten verzichten zu können. Die Vorteile liegen klar auf der Hand: Die auf diese Weise genutzten Dienste und Softwarelizenzen sind immer auf dem neuesten Stand, entsprechen den jeweils aktuellen Sicherheitsanforderungen und die Kosten fallen nur für den genutzten Bezugszeitraum und die tatsächlich abgerufenen Leistungen an. ecotel wird sich hier als ITK-Ausrüster mit standardisierten Rund-um-sorglos „ecotel-Office-Paketen“ positionieren.
B4B MITTELSTAND: Wenn sich die Bundesregierung entschlösse, die Position eines Mittelstandsministers zu schaffen und Sie auf diesen Posten zu berufen: Was wären Ihre wichtigsten Sofortmaßnahmen zur Unterstützung kleiner und mittlerer Unternehmen?
Als erstes würde ich, aus dem Blickwinkel unserer Branche gedacht, die Schaffung von vernünftigen Rahmenbedingungen für mehr Wettbewerb im Telekommunikationsmarkt in Angriff nehmen. Leider stehen die alternativen Anbieter immer noch viel zu sehr in direkter Abhängigkeit zum größten Infrastrukturbetreiber und Ex-Monopolisten, der Deutschen Telekom AG.
Und allgemein gesprochen würde ich für eine noch bessere Förderung von innovativen Unternehmensideen in Form von speziellen Mittelstands-Finanzierungsdarlehen sorgen. Deutschland steht für innovative Geschäftsideen, und der Mittelstand ist nach wie vor das Rückgrat der Wirtschaft. Von den Banken erhält man als Unternehmer allerdings einen schützenden Schirm nur bei Sonnenschein – und bei Regen steht man dann oftmals auf sich allein gestellt da. Hier würde ich für klare Verbesserungen sorgen.
Achim Theis, Vorstand Marketing und Vertrieb der ecotel communication ag, beantwortet im Exklusivinterview mit B4B MITTELSTAND Fragen zur ... [ zum Video ]

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