Arbeitsmarkt

Vor allem bei Jugendlichen sinkt die Zahl der Arbeitslosen

Alle | 30.09.2009


Die Zahl der Arbeitslosen im Südwesten ist im September wegen der Herbstbelebung gesunken. Insgesamt waren gut 296 500 Menschen ohne Arbeit, wie die Regionaldirektion Baden-Württemberg der Bundesagentur für Arbeit am Mittwoch in Stuttgart mitteilte. Das waren knapp 11 300 Erwerbslose oder 3,7 Prozent weniger als im August.

Vor allem bei jungen Menschen verbesserte sich die Lage. Zugleich warnte die Regionaldirektion vor «verfrühter Euphorie». Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) sprach von einem «neuen Lichtstreifen in der aktuellen Krise». Allerdings «stehen uns noch schwierige Zeiten bevor». Die Krise sei noch nicht vorbei.

Die Arbeitslosenquote sank laut der Regionaldirektion auf 5,3 Prozent. Im August hatte sie bei 5,5 Prozent gelegen, vor einem Jahr bei 4,0 Prozent. Im Vergleich zu September 2008 waren fast 73 400 mehr Menschen ohne Stelle. Das sind 32,9 Prozent mehr als im Vorjahresmonat.

«Der Arbeitsmarkt im Südwesten erlebt in der Krise einen Herbstaufschwung», sagte die Leiterin der Regionaldirektion, Eva Strobel. Die Belebung sei nach dem Ende der Ferienzeit üblich. Nun hätten vor allem Frauen und Männer unter 25 Jahren eine Stelle bekommen. Viele Jugendliche, die sich über die Sommermonate arbeitslos gemeldet haben, hätten inzwischen einen Job, einen Ausbildungsplatz oder besuchten eine weiterführende Schule oder die Universität.

So sank die Zahl der arbeitslos gemeldeten Jugendlichen auf 35 680. Das sind gut 6100 oder 14,6 Prozent weniger Arbeitslose unter 25 Jahren als im August. Die Quote sank bei dieser Altersgruppe von 6,1 auf 5,2 Prozent. Vor einem Jahr allerdings waren noch gut 10 700 Jugendliche weniger arbeitslos als jetzt. Das ist ein Zuwachs von 43,0 Prozent.

Strobl betonte zugleich, die Folgen der Wirtschaftskrise «begleiten uns das ganze nächste Jahr». Sie rechne mit einer wachsenden Zahl der Sozialhilfeempfänger in den kommenden Monaten. «Die Zahl der Menschen wird steigen, denen es nicht gelingt, innerhalb von zwölf Monaten eine neue Arbeit zu finden.» Für Langzeitarbeitslose werde es schwieriger, eine Stelle zu finden. Die Anzeigen für Kurzarbeit sind laut Regionaldirektion rückläufig. Für September erwartet sie neue Anzeigen für weitere 13 000 Personen. Insgesamt haben von Januar bis August etwa 21 000 Betriebe im Südwesten für rund 560 000 Beschäftigte Kurzarbeit angezeigt.

Oettinger teilte mit, wenn sich die «Anzeichen für eine leichte Verbesserung der wirtschaftlichen Lage» weiter fortsetzten, seien die Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt im Land nicht so hart wie befürchtet. «Zu den Rahmenbedingungen für eine gute wirtschaftliche Entwicklung gehört auch die Unterstützung des Arbeitsmarktes mit Fördermitteln aus dem Europäischen Sozialfonds und den Kofinanzierungsmitteln», sagten Oettinger und Arbeitsministerin Monika Stolz (CDU). Damit würden von Arbeitslosigkeit bedrohte oder betroffene Menschen über Beschäftigungs- und Qualifizierungsprojekte fortgebildet. Annähernd 28 000 Betroffene hätten im vergangenen Jahr an ESF-geförderten Maßnahmen teilgenommen.

Auch Wirtschaftsminister Ernst Pfister (FDP) sagte, der Arbeitsmarkt habe die Talsohle noch nicht erreicht. «Wir dürfen uns von dem leichten Herbstaufschwung auf dem Arbeitsmarkt nicht täuschen lassen.« Nachdem »erste konjunkturelle Hoffnungsstreifen» sichtbar seien, müsse man nun alles zu tun, um diesen Trend zu verstetigen. Der Minister forderte erneut eine steuerliche Entlastung vor allem der kleinen und mittelständischen Unternehmen.
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