B4BMITTELSTAND | 30.04.2010
Verschärfter Wettbewerb, Innovationsdruck und Effizienzorientierung bestimmen bei Großunternehmen wie im Mittelstand über die Zukunft eines Betriebs.
Die Situation der Mittelständler unterscheidet sich aber in einem wesentlichen Punkt: Sie können wendiger agieren und schneller reagieren – und das müssen sie auch. Denn während ein großes Unternehmen eine Krise auch mal aussitzen kann, mangelt es dem Mittelständler sowohl an Kapitalreserven als auch an alternativen Geschäftsfeldern.
Schon deshalb sollte sich der Mittelstand auch bei den operativen Prozessen am Markt orientieren. Die strategische Steuerung ist auch für kleinere Unternehmen komplexer geworden – etwa durch die globalisierten Wirtschaftsbeziehungen. Mehr Transparenz ist das Gebot der Stunde: Das Management kann einer möglichen Schieflage nur dann wirksam entgegensteuern, wenn es sie frühzeitig erkennt. Reporting ist hier wichtig, aber ein wirklicher Wissensvorsprung entsteht nur aufgrund von belastbaren Prognosen zum Geschäftsverlauf. Und hierfür schaffen Business Analytics die Voraussetzungen. Sie sind ein Eckpfeiler eines effizienten, modernen Risikomanagements.
Anhand von Was-wäre-wenn-Szenarien können Unternehmen verschiedene Situationen durchspielen. Welche Konsequenzen hat der Ausfall eines Zulieferers? Wie sieht die Finanzlage aus, wenn ein Großkunde nicht rechtzeitig zahlt? Welche Rückstellungen sind optimal? Oder: Welchen Personalbedarf habe ich in drei, fünf, zehn Jahren, und wie kann ich ihn am besten decken? Strategische Fragen bestimmen über operative Prozesse. Es muss auch im Mittelstand darum gehen, die betrieblichen Abläufe zu optimieren und so Risiken minimal zu halten.
Transparenz über die Abteilungen hinweg liegt hierbei im Interesse des Unternehmens. Die gesamte Organisation muss als Ganzes gesehen werden – schließlich beeinflussen sich die einzelnen Geschäftsbereiche gegenseitig und vor allem das Gesamtbetriebsergebnis. Reports, deren Erstellung mehrere Wochen dauern oder abteilungsweise mit Tabellenkalkulationsprogrammen erstellt werden, liefern nicht die aktuellen, transparenten Ergebnisse, die für eine krisenresistente Unternehmensführung erforderlich wären. Wer als Unternehmer erfolgreich sein will, muss trotz komplexer Prozesse, Strukturen und Märkte jederzeit die Übersicht behalten und – heute mehr denn je – vorausschauend agieren können. Und dazu muss er seine Daten kennen und die darin enthaltenen Informationen so aufbereiten können, dass der Blick in die Zukunft nicht dem Blick in eine Kristallkugel gleicht.
Jürgen-Heinrich Rohr ist Director Midmarket & Channels bei SAS Deutschland.

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