Rainer Kaczmarczyk, ABACUS Business Solutions

ERP für das Internetzeitalter

B4BMITTELSTAND | 30.04.2010

Seit Beginn der 70er-Jahre bilden umfassende Unternehmensanwendungen in Form so genannter Enterprise Ressource Planning (ERP)-Software die Basis für die Lenkung von Unternehmen – von der Projektkalkulation bis hin zur Lohnabrechnung.

Seitdem hat sich in der IT viel getan. Der generelle Trend, Software verstärkt über das Internet zu nutzen, erfasst derzeit auch den ERP-Markt. SaaS bedeutet, dass Unternehmen die Software nicht mehr nur als feste Installation auf dem eigenen Rechner, sondern auch direkt über das Internet nutzen können. Doch der technologische Wandel weg von Client/Server- hin zu Internet-basierten Architekturen ist ein gewaltiger Kraftakt für Softwarehersteller. Derzeit gibt es erst wenige Pioniere unter den Anbietern, die eine komplette ERP-Lösung für den Mittelstand auf dem Markt haben.

Bedarfsorientierte Softwareangebote
Die Kombination aus ERP und SaaS bietet mittelständischen Unternehmen die Möglichkeit, eine moderne und flexible Komplettlösung zu klar kalkulierbaren Kosten einzusetzen. Hohe Anfangskosten wie Investitionen in zusätzliche Hardware und Lizenzkosten entfallen. Stattdessen mietet das Unternehmen die Software je nach Bedarf für eine bestimmte Anzahl an Usern, wobei die Anwenderzahl kurzfristig erweitert oder reduziert werden kann. In Zeiten schneller Innovations- und Produktzyklen müssen mittelständische Unternehmen ihre Planung kontinuierlich an veränderte Bedingungen anpassen. Um wettbewerbs- und zukunftsfähig zu bleiben, müssen neue Strukturen geschaffen und Prozesse optimiert werden. Internet-basierte ERP-Lösungen werden dem gerecht, indem innerhalb kurzer Zeit Anpassungen vorgenommen und neue Standorte, Home Offices oder mobile Mitarbeiter eingebunden werden können. Der Wartungsaufwand – beispielsweise durch das Einspielen von Upgrades oder einen Releasewechsel – entfällt dabei komplett. Die ständige Verfügbarkeit des Systems und der Daten wird über den Anbieter sichergestellt.

Mobilität als Wettbewerbsfaktor
Nur durch flexible, offene, skalierbare und mobile Systeme lassen sich deutliche Steigerungen der Produktivität in Unternehmen erzielen. Der wahre Wert der Nutzung von ERP-Software über das Internet liegt deshalb darin, die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen, Kunden, Lieferanten und einzelnen Mitarbeitern wesentlich einfacher gestalten. Flexible Systeme sind von größter Bedeutung, um die Transaktionskosten deutlich zu senken und dadurch Wettbewerbsvorteile zu erlangen. Verstärkt wird dieser Trend dadurch, dass der Computer immer mehr in mobile Endgeräte wie Netbooks oder Smartphones wandert. Es wird immer wichtiger, jederzeit und an jedem Ort Unternehmensdaten in Echtzeit abrufen zu können – unabhängig von einem spezifischen Endgerät. Deshalb sind Softwarearchitekturen notwendig, die auch als mobile Plattform fungieren können.

Aus strategischer Sicht beeinflusst die Auswahl eines neuen ERP-Systems das Unternehmen für die nächsten zehn bis fünfzehn Jahre. Deshalb sollten Mittelständler bei der Auswahl eines neuen ERP-Systems schon jetzt ein Augenmerk darauf legen, dass die Software SaaS-fähig ist, auch wenn sie die Software derzeit noch traditionell nutzen wollen.

Rainer Kaczmarczyk ist Geschäftsführer von ABACUS Business Solutions.