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Alternative Antriebe

Transporter auf neuen Wegen

Mobilität, 02.11.09

Wie wichtig die Kostensituation für ein Unternehmen oder einen Fuhrparkbetreiber ist, zeigen die immer größer werdenden Anstrengungen der Hersteller, sparsame Transporter zu bauen.

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Erdgas, Autogas, Hybrid, Diesel oder Benzin? Die diversen Möglichkeiten, Motoren zur Bewegung zu animieren und dabei möglichst wenig von den teuren Treibstoffen zu verbrauchen, ist und bleibt die Triebfeder der Entwicklungsingenieure.

Alternative Erdgas

Was nun für den einen Logistikunternehmer vollkommener Unsinn an Antriebsquelle ist, kann für den anderen die Lösung vieler Probleme sein. Erdgas ist hier ein herausragendes Beispiel. Die Verbreitung von Erdgastankstellen ist in Deutschland im Vergleich zu Autogas und Erdöl-Kraftstoffen relativ gering. Auch wenn bis Ende 2010 1.000 Tankstellen angekündigt sind, so sind es heutzutage etwas mehr als 820.

Manchmal zu wenig, um schnell von A nach B zu kommen, da viele Tankstellen nicht direkt an Autobahnen liegen. Etwas anders verhält sich das im urbanen oder ländlichen Verkehr, wenn mehr oder weniger immer die gleichen Strecken befahren werden. In diesem Fall rentiert sich die Anschaffung eines Erdgasfahrzeugs sehr wohl, was auch ein Preis-Leistungsvergleich mit Autogas zeigt.

Beim Blick auf die Preistafeln an der Tankstelle stellt man fest: Autogas oder Flüssiggas kostet derzeit durchschnittlich knapp 60 Cent je Liter an der Zapfsäule und liegt damit deutlich unter dem Preis für ein Kilogramm Erdgas, der momentan bei 90 Cent liegt. Ist Autogas deshalb die bessere Wahl? Nicht unbedingt, denn der Energiegehalt ist die entscheidende Größe dieser Betrachtung. Denn Erdgas (H-Gas) hat mit 13,6 Kilowattstunden einen deutlich höheren Energiegehalt als Autogas mit 6,9 Kilowattstunden. Rechnet man den Energiegehalt von Erdgas, das an den Zapfsäulen in Kilogramm abgegeben wird, auf einen Preis je Liter um, wie er bei Flüssiggas üblich ist, so kommt man zu folgendem Ergebnis: Bezogen auf den Energiegehalt zahlt man für einen Liter Erdgas 0,50 Euro, also rund 10 Cent weniger als für einen Liter Autogas.

Thema Sicherheit

Wie verhält es sich bei den alternativen Antrieben im Bereich der Sicherheit? Autogas – oder Flüssiggas –, abgekürzt LPG (Liquifi ed Petroleum Gas), verdampft bereits bei normalem Luftdruck. Weil diese Dämpfe schwerer als Luft sind, sinken sie nach unten und sammeln sich in Mulden. Damit ist LPG mit gleicher Vorsicht zu behandeln wie Benzin. Erdgas (CNG – Compressed Natural Gas) hingegen ist leichter als Luft und steigt nach oben. Erdgas wird mit einem Druck von 200 bar in druckgeprüften Tanks und Flüssiggas bei acht bar gespeichert. Damit der Fahrer eventuell ausströmendes Gas riechen kann, sind beiden Gasen Geruchsstoffe

zugesetzt. So werden schon geringe Verflüchtigungen wahrgenommen, lange bevor sich eine explosive Gaskonzentration bildet. Gerät ein Fahrzeug mit Gasantrieb bei einem Unfall oder durch einen technischen Defekt in Brand, so sind die Tanks gut gesichert. Ein Flüssiggastank besitzt eine Wandstärke von rund drei Millimetern, Erdgastanks sind doppelt so dick.

Ventile verschließen automatisch die Gasaustrittsleitungen, damit es nicht zu einer Explosion kommt. Liegt der Gastank im offenen Feuer, dehnt sich durch die Hitze das Gas aus. Ab einem bestimmten Überdruck sorgen Abblasventile für ein kontrolliertes Abbrennen des Gases. Dieser Vor-gang ist sogar sicherer als bei einem brennenden Benzintank. Eine gefährliche Verpuffung – wie bei Benzin möglich – ist bei Gas ausgeschlossen. Wie sicher Gasfahrzeuge sind, hat unlängst auch der ADAC getestet: „Es gibt keine Hinweise aus der Praxis, dass bei diesen Fahrzeugen ein erhöhtes Sicherheitsrisiko besteht. Auch nicht aus jenen Ländern, wo relativ viele Autogasautos zugelassen sind. Crash- und Brandtests zeigen, dass sie bei fachgerechtem Einbau nicht gefährlicher sind als vergleichbare Benzinfahrzeuge“, so das Ergebnis der Tester.

Eine Studie der Forschungsstelle für Energiewirtschaft e.V. (FfE) in München hat Autogas und Erdgas eingehend untersucht. Dabei wurden Transport, Speicherung und Verteilung der Kraftstoffe ebenso berücksichtigt wie die Höhe der Emissionen und deren Auswirkungen auf das Klima. Eine zentrale Rolle spielte auch die Wirtschaftlichkeit von Gasantrieben unter Berücksichtigung der Investitionskosten für das Fahrzeug, der Wartungs- und der Betankungskosten. Beide Gas-Varianten haben gegenüber herkömmlichem Benzin klare Vorteile. Die Untersuchungsergebnisse unterstreichen, dass beide Gaskraftstoffe deutlich zur Minderung der verkehrsbedingten CO2-Emissionen beitragen können. Wirtschaftliche Vorteile sehen die Wissenschaftler auch gegenüber anderen Kraftstoff- Alternativen: „LPG und CNG sind wesentlich kostengünstiger als Biodiesel, Bioethanol, Biogase oder Wasserstoff bereitzustellen.“

Fazit

Erdgasfahrzeuge sind eine interessante und kostengünstige Alternative zu Diesel und Co. Liegen die üblichen Fahrstrecken an Erdgastankstellen, können die Kostenvorteile des sauberen Treibstoffs voll ausgespielt werden. Die Antriebsquelle Autogas ist ebenfalls erwägenswert. Gibt es doch fast vier Mal so viele Tankstellen! Und auch der gute alte Diesel hat bei Weitem noch nicht ausgedient. Es macht also Sinn, den Bleistift zu zücken und nachzurechnen, welche Art des Kraftstoffs die optimale darstellt.

Wichtige Links zum Thema Erdgas:
www.gas24.de
www.erdgasfahrzeuge.de


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